Handball-EM 2026 Finale: Deutschland unterliegt Dänemark 34:27

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Der große Traum vom EM-Gold platzte für die deutsche Nationalmannschaft erst in den letzten Minuten, während sich Dänemark vor heimischem Publikum endgültig in den Olymp des Welthandballs spielte. Im Finale der Handball-EM 2026 setzte sich der Gastgeber in Herning mit 34:27 (18:16) gegen Deutschland durch und sicherte sich erstmals seit 2012 wieder den Europameistertitel.

Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Jyske Bank Boxen vollendete das dänische Starensemble um Welthandballer Mathias Gidsel seine einzigartige Titelsammlung. Für das junge DHB-Team blieb – wie bereits bei den Olympischen Spielen 2024 – die Silbermedaille. Und dies verbunden mit der Gewissheit, dem Branchenprimus erneut ein Stück näher gekommen zu sein.

Nach Rot für Kiesler: Dänemark zur Halbzeit 18:16 in Führung

Schon vor dem Anwurf lag ein besonderer Druck auf den Schultern der Gastgeber. Dänemark hatte vier Weltmeistertitel in Serie gefeiert und 2024 Olympia-Gold gewonnen, doch der letzte EM-Triumph lag 14 Jahre zurück. Das misslungene Heimturnier 2014 war noch immer präsent. Entsprechend fokussiert agierte das Team von Trainer Nicolaj Jacobsen von Beginn an. Deutschland ging dagegen als Außenseiter in das Finale der Handball-EM 2026, jedoch mit viel Selbstvertrauen nach einem überzeugenden Turnierverlauf. Und trotz des krankheitsbedingten Ausfalls von U21-Weltmeister Justus Fischer. Beide Mannschaften starteten mit hohem Tempo. Torwart Andreas Wolff, der im Finale zu den herausragenden Akteuren zählte, zeigte früh seine Klasse.

Handball Europameister seit 2000

Jahr
Europameister
2000
Schweden
2002
Schweden
2004
Deutschland
2006
Frankreich
2008
Dänemark
2010
Frankreich
2012
Dänemark
2014
Frankreich
2016
Deutschland
2018
Spanien
2020
Spanien
2022
Schweden
2024
Frankreich
2026
Dänemark

Im Angriff übernahmen Julian Köster und Kapitän Johannes Golla Verantwortung. Ein früher Wendepunkt folgte in der 14. Minute, als Abwehrspezialist Tom Kiesler nach Videobeweis die Rote Karte sah. Die Überzahl nutzte Dänemark eiskalt und setzte sich zwischenzeitlich auf 10:7 ab. Angeführt von Simon Pytlick und Gidsel fand der Gastgeber immer wieder Lösungen, vor allem in der schnellen Rückzugsbewegung. Dennoch blieb Deutschland stabil, kam über Knorr, Zerbe und Golla mehrfach zurück und zwang Jacobsen beim 13:13 zur Auszeit. Entscheidend vor der Pause war der Torhüterwechsel. Kevin Möller ersetzte Emil Nielsen und gewann mehrere direkte Duelle. So ging Dänemark mit einer 18:16-Führung in die Kabine.

Handball-EM 2026: Mathias Gidsel stellt mit 68 EM-Toren Rekord auf

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Wolff weiter und hielt Deutschland mit insgesamt 14 Paraden im Spiel. Golla glich mit einem Doppelpack zum 19:19 aus, der deutsche Glaube an die Sensation lebte. Doch im Angriff schlichen sich nun vermehrt Fehler ein, insgesamt sieben Ballverluste luden Dänemark zu einfachen Toren ein. Beide Teams blieben zwischenzeitlich über fünf Minuten ohne Treffer, ehe Rechtsaußen Johan Hansen per Siebenmeter zum 26:22 traf. In dieser Phase war es nahezu allein Wolff zu verdanken, dass Deutschland in Schlagdistanz blieb. Unter anderem rettete der Nationaltorhüter spektakulät gegen einen Wurf von Gidsel auf das leere Tor. Marko Grgic übernahm offensiv Verantwortung und verkürzte mit einem Doppelschlag noch einmal auf 24:26. Die Spannung in Herning war greifbar.

“Ich bin einfach unfassbar stolz auf die Mannschaft, was wir für ein Turnier gespielt haben. Golli hat eben im Kreis die richtigen Worte gefunden, dass wenn wir so weitermachen, irgendwann einen Titel hochrecken können.”

Lukas Zerbe

Doch in der Schlussphase setzte sich die dänische Klasse durch. Ein 5:0-Lauf entschied das Finale endgültig, zusätzlich geschwächt durch die zweite Rote Karte gegen Jannik Kohlbacher in der 57. Minute. Gidsel erzielte mit seinem siebten Treffer den Endstand und schrieb Geschichte. Mit insgesamt 68 Turniertoren stellte er einen neuen EM-Rekord auf und wurde zum MVP der Handball-EM 2026 gewählt. “Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von unseren Jungs. Das Ergebnis ist sicher etwas zu hoch”, sagte Bundestrainer Alfred Gislason im Anschluss. Kapitän Johannes Golla betonte: “Wir können erhobenen Hauptes aus diesem Turnier gehen.” Neben Wolff und Golla, beide im All-Star-Team, überzeugte vor allem Köster mit vier Toren und fünf Vorlagen. Für Deutschland bleibt Silber. Und für Dänemark der endgültige Beweis seiner Ausnahmestellung im Welthandball.

Die Highlights des Spiels im Video

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