eBay lehnt 55-Milliarden-Dollar-Übernahme durch GameStop ab

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eBay hat das Übernahmeangebot von GameStop über 55,5 Milliarden US-Dollar offiziell zurückgewiesen. Der Verwaltungsrat des Online-Marktplatzes bezeichnete die Offerte als “weder glaubwürdig noch attraktiv”. Damit scheitert vorerst der spektakuläre Versuch von GameStop, eBay zu kaufen und einen neuen, schlagkräftigen Konkurrenten für Amazon aufzubauen.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren erhebliche Zweifel an der Finanzierung, die geplante massive Aktienverwässerung und die Risiken für Aktionäre beider Unternehmen. Die geplante Übernahme von eBay durch GameStop hatte an den Finanzmärkten für großes Aufsehen gesorgt. GameStop war bereits während der Corona-Pandemie weltweit bekannt geworden, als Privatanleger über Reddit den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe trieben und mehrere Hedgefonds unter Druck setzten.

Warum eBay das Übernahme-angebot von GameStop ablehnt

Übernahmen wie diese sind selten, weil deutlich kleinere Unternehmen nur in Ausnahmefällen größere Konzerne übernehmen. Während eBay aktuell an der Börse knapp 48 Milliarden US-Dollar wert ist, liegt der Börsenwert von GameStop nach jüngsten Kursverlusten bei weniger als zehn Milliarden Dollar. In einem Schreiben an GameStop erklärte eBay-Verwaltungsratschef Paul Pressler, dass der Verwaltungsrat das Angebot gemeinsam mit Finanz- und Rechtsberatern eingehend geprüft habe. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Die Finanzierung sei nicht ausreichend nachvollziehbar, die zusätzliche Verschuldung zu hoch und der strategische Nutzen für eBay nicht erkennbar.

GameStop im Überblick

Gründung
2000
Sitz
Grapevine, Texas (USA)
Rechtsform
Corporation
Branche
Elektronikeinzelhandel
Leitung
Ryan Cohen (CEO)
Mitarbeiterzahl
14.000 (Stand: 2019)
Umsatz
3,69 Mrd. US-Dollar (Stand: 2025)

eBay betonte zugleich, dass das Unternehmen unter dem aktuellen Management erfolgreich arbeite. Der Konzern habe seinen Online-Marktplatz modernisiert, das Verkäufererlebnis verbessert und seine Strategie konsequent umgesetzt. Das Management sieht eBay daher gut aufgestellt, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen und langfristig Wert für Aktionäre zu schaffen. GameStop-CEO Ryan Cohen hatte erklärt, er wolle mit einer Übernahme von eBay einen “echten Konkurrenten” zu Amazon schaffen. Gleichzeitig kündigte er umfassende Kostensenkungen und drastische Stellenstreichungen an. Cohen äußerte öffentlich, dass eBay mit mehr als 11.000 Beschäftigten aus seiner Sicht deutlich zu groß aufgestellt sei.

“Sie haben 11.500 Beschäftigte – und das ergibt keinen Sinn. Ich könnte dieses Geschäft von meinem Haus aus betreiben.”

GameStop-CEO Ryan Cohen

GameStop: Aktienverwässerung und Ryan Cohens Milliardenanreiz

Um die Übernahme von eBay zu finanzieren, plant GameStop eine massive Erhöhung der Zahl genehmigter Aktien. Nach Angaben an die US-Börsenaufsicht soll die Obergrenze von einer Milliarde auf 2,5 Milliarden Aktien steigen. Über diesen Schritt wollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 12. Juni 2026 abstimmen. Rund 28 Milliarden US-Dollar des Kaufpreises sollen in Form von GameStop-Aktien an die eBay-Aktionäre fließen. Da GameStop derzeit nur einen Bruchteil dieses Wertes an der Börse aufweist, müssten enorme Mengen neuer Aktien ausgegeben werden. Dies würde die Anteile der bisherigen Aktionäre deutlich verwässern. Nach einem Zusammenschluss würden die bisherigen eBay-Aktionäre mehrheitlich Eigentümer des fusionierten Unternehmens werden.

eBay im Überblick

Gründung
03.09.1995
Sitz
San José, Kalifornien (USA)
Rechtsform
Corporation
Branche
Online-Marktplatz
Leitung
Jamie Iannone (CEO)
Paul S. Pressler (Chairman)
Mitarbeiterzahl
11.500 (Stand: 2024)
Umsatz
11,1 Mrd. US-Dollar (Stand: 2025)

Zusätzliche Brisanz erhält das Übernahmeangebot durch Ryan Cohens Vergütungsmodell. Der GameStop-Chef erhält keine feste Vergütung, sondern leistungsabhängige Aktienoptionen auf rund 172 Millionen Aktien. Sollte die eBay-Übernahme gelingen, würde die Marktkapitalisierung des neuen Konzerns auf über 50 Milliarden US-Dollar steigen. Damit könnte Cohen einen erheblichen Teil seiner Bonusziele sofort erreichen und potenziell Milliardengewinne erzielen. Auch die Geschäftszahlen verdeutlichen den Größenunterschied zwischen beiden Unternehmen. eBay erzielte 2025 einen Umsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 2,03 Milliarden Dollar. GameStop kam im Geschäftsjahr 2025 auf 3,69 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Nettogewinn von 418 Millionen Dollar.

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