Lufthansa-Gewinn bricht um 56 Prozent ein – Prognose für 2026 gesenkt

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Der Lufthansa-Gewinn ist im zweiten Quartal 2026 um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro eingebrochen. Hohe Kerosinkosten und ein sechstägiger Streik belasteten das Ergebnis massiv. Der Nettogewinn sank sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg der Umsatz um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Wegen unsicherer Ölpreise und zunehmend kurzfristiger Buchungen senkte Lufthansa zudem die Gewinnprognose für 2026. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes Betriebsergebnis von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.

Damit hält der Vorstand auch einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich. Zuvor wollte Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Vorjahreswert von rund 1,96 Milliarden Euro deutlich übertreffen. Die operative Marge sank ebenfalls stark. Sie fiel um fünf Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Damit bleibt Lufthansa weit von ihrem mittelfristigen Ziel zwischen acht und zehn Prozent entfernt.

Hohe Kerosinkosten belasten den Lufthansa-Gewinn

Vor allem die gestiegenen Kerosinpreise drückten auf die Lufthansa-Quartalszahlen. Im zweiten Quartal entstanden zusätzliche Treibstoffkosten von rund 750 Millionen Euro. Auslöser war der Iran-Krieg. Er störte die Ölversorgung über die Straße von Hormus und trieb die Preise für Flugtreibstoff nach oben. Lufthansa hatte mehr als 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs finanziell abgesichert. Dennoch konnte der Konzern die höheren Kosten nicht vollständig ausgleichen. Laut Finanzchef Till Streichert deckten höhere Ticketpreise rund 60 Prozent der zusätzlichen Belastungen ab.

Deutsche Lufthansa AG im Überblick

Gründung
6. Januar 1953
Sitz
Köln, Deutschland
Branche
Luftfahrt
Rechtsform
Aktiengesellschaft
Leitung
Carsten Spohr (Vorstandsvorsitzender)
Karl-Ludwig Kley (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter
103.255 (Stand 2025)
Umsatz
39,6 Mrd. Euro (Stand 2025)
Flüge pro Jahr
1.014.831 (2025)

Deshalb dürften Flugtickets auch im zweiten Halbjahr eher teurer werden. Gleichzeitig buchen viele Passagiere ihre Reisen immer kurzfristiger. Das erschwert die Planung und erhöht die Unsicherheit für den Luftfahrtkonzern. Zusätzlich belastete der Streik der Cockpit-Beschäftigten das Ergebnis. Sechs Streiktage im April kosteten Lufthansa rund 150 Millionen Euro. Spohr sprach deshalb von einem anspruchsvollen Quartal. Es sei von Krisen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt gewesen. Trotzdem bleibt die Nachfrage nach Flugreisen hoch. Besonders gut entwickelten sich das Premium-Segment und die Asien-Strecken. Zudem zahlen sich die Investitionen in neue Sitze, bessere Bordangebote und zusätzliche Dienstleistungen zunehmend aus.

“Gerade in einem volatilen Umfeld zeigt sich: Unser Geschäftsmodell ist robust, anpassungsfähig und zunehmend resilient.”

Lufthansa-CEO Carsten Spohr

Lufthansa reduziert Flugangebot und streicht Europaflüge

Die Lufthansa will das Flugangebot 2026 nicht mehr ausweiten. Anfang des Jahres plante der Konzern noch ein Wachstum von bis zu vier Prozent. Später senkte der Vorstand das Ziel auf maximal zwei Prozent. Nun soll das gesamte Sitzplatzangebot auf dem Vorjahresniveau bleiben. Darüber hinaus prüft Lufthansa eine weitere Kürzung. Das Angebot auf europäischen Strecken könnte um ein zusätzliches Prozent sinken. Künftig will der Konzern vor allem auf der Langstrecke wachsen. Auch die frühere Schließung der Regionaltochter Lufthansa Cityline wirkt sich aus. Deshalb strich der Konzern rund 20.000 Europaflüge aus dem Sommerflugplan. Hinzu kamen ausgefallene Verbindungen in den Nahen Osten.

Carsten Spohr
Bildquelle: lufthansagroup.com / Lufthansa / Foto: Oliver Roesler

Im zweiten Quartal beförderten die zehn Airlines der Lufthansa-Gruppe insgesamt 35,6 Millionen Passagiere. Das waren vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei den Netzwerk-Airlines sank das Sitzplatzangebot um drei Prozent. Eurowings reduzierte seine Kapazität sogar um sechs Prozent.

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Besser lief es dagegen bei Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik. Beide Sparten steigerten ihren operativen Gewinn. Die Frachtsparte profitierte von höheren Frachtraten. Außerdem brachte die integrierte italienische Fluggesellschaft ITA Airways zusätzliche Kapazitäten. An der Börse reagierten die Anleger deutlich auf die schwachen Lufthansa-Quartalszahlen. Die Lufthansa-Aktie verlor zeitweise mehr als elf Prozent und fiel auf 8,21 Euro. Damit erreichte sie den niedrigsten Stand seit fast zwei Monaten.

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