Schwarz-Gruppe investiert 5,6 Milliarden Euro in Rechenzentrum bei Rostock

Bildquelle: depositphotos.com / Sashkin7

Die Schwarz-Gruppe investiert bis 2033 rund 5,6 Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum bei Rostock. In Dummerstorf soll zunächst eine Anschlussleistung von bis zu 240 Megawatt entstehen. Bis 2045 könnte das Rechenzentrum auf ein Gigawatt wachsen und damit zu den größten Datacentern Deutschlands zählen. Hinter dem Milliardenprojekt steht Schwarz Digits, die Digital-Sparte des Lidl- und Kaufland-Konzerns.

Ziel ist mehr digitale Souveränität sowie eine stärkere deutsche und europäische Cloud- und KI-Infrastruktur. Mecklenburg-Vorpommern fördert die Ansiedlung mit bis zu 120 Millionen Euro. Zudem sollen Windenergie und die Nutzung der Abwärme den Standort besonders attraktiv machen. Die Schwarz-Gruppe betreibt weltweit rund 14.200 Filialen und beschäftigt mehr als 600.000 Menschen. Neben Lidl und Kaufland baut der Konzern deshalb seit Jahren auch sein Geschäft mit digitalen Dienstleistungen aus.

Schwarz-Gruppe stärkt Cloud- und KI-Infrastruktur

Schwarz Digits bietet unter anderem Cloud-Dienste und Cybersicherheit an. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte die Sparte einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Das entsprach einem Wachstum von 16 Prozent. Vor allem die steigende Nachfrage nach Cloud-Lösungen trieb das Geschäft an. Insgesamt erwirtschaftete die Schwarz-Gruppe zuletzt 185,6 Milliarden Euro Umsatz. Mit dem neuen Rechenzentrum will Schwarz zugleich eine europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure aufbauen.

Steckbrief Schwarz-Gruppe

Gründung
1930
Sitz
Neckarsulm, Deutschland
Leitung
Dieter Schwarz
Gerd Chrzanowski (de facto)
Marken
Lidl, Kaufland,
Schwarz Produktion, Prezero,
Schwarz Digits
Mitarbeiterzahl
604.000 (2025)
Umsatz
185,6 Mrd. Euro (2025)
Branche
Handel, Produktion,
Abfallwirtschaft,
Informationstechnologie, Logistik

Zunächst soll der Standort in Dummerstorf auch Daten aus den eigenen Handelsaktivitäten verarbeiten. Dazu zählen Liefer- und Bestellprozesse, Bezahlvorgänge und Kundenbindungsprogramme. Parallel investiert die Schwarz-Gruppe bereits rund elf Milliarden Euro in ein großes Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau. Der Standort soll rund 200 Megawatt Leistung erreichen. Außerdem könnten dort bis zu 100.000 KI-Chips zum Einsatz kommen.

“Wir wollen, dass digitale Souveränität, digitale Wertschöpfung wieder in Deutschland und Europa stattfindet.”

Gerd Chrzanowski, Chef der Schwarz-Gruppe

Rechenzentrum bei Rostock setzt auf Windenergie

Ein wichtiger Grund für Dummerstorf ist die hohe Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie. Mecklenburg-Vorpommern erzeugt große Mengen Strom aus Onshore- und Offshore-Windkraft. Zudem liegt der geplante Standort nahe leistungsfähiger Stromnetze. Dadurch lässt sich der benötigte Strom vergleichsweise effizient zum Rechenzentrum transportieren. Auch das regionale Klima soll die Kühlung der Server erleichtern. Gleichzeitig plant die Schwarz-Gruppe, die entstehende Abwärme für die Fernwärmeversorgung Rostocks zu nutzen. Mit den Stadtwerken besteht dazu bereits eine Absichtserklärung.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sieht in der Milliardeninvestition eine Chance, erneuerbare Energien und Digitalisierung stärker miteinander zu verbinden. Während der Bauphase sollen Tausende Menschen beschäftigt werden. Für den späteren Betrieb nennt das Unternehmen rund 120 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Zusätzlich sollen regionale Handwerks-, Wartungs- und Dienstleistungsunternehmen von dem neuen Rechenzentrum profitieren.

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