Aleksander Čeferin verzichtet auf FIFA-Kandidatur – Druck auf Gianni Infantino wächst

Bildquelle: depositphotos.com / vitaliivitleo

Aleksander Čeferin wird bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten im März 2027 nicht gegen Gianni Infantino antreten. Der UEFA-Präsident schließt eine eigene Kandidatur aus. Trotzdem will die UEFA eine Wiederwahl von Gianni Infantino verhindern. Sollte der amtierende FIFA-Chef erneut antreten, soll es einen Gegenkandidaten geben. Als möglicher Bewerber gilt CONCACAF-Präsident Victor Montagliani. Die FIFA-Wahl findet in Rabat statt. Dort entscheiden die 211 Mitgliedsverbände über die Führung des Weltverbandes.

“Ich bin nicht interessiert”, sagte Aleksander Čeferin im britischen Podcast “The Rest Is Politics”. Der 58-Jährige nannte zwei Gründe für seine Entscheidung. Einerseits schätze er seine Arbeit bei der UEFA. Andererseits sieht er seine Position als Kritiker Infantinos gestärkt. “Meine Glaubwürdigkeit ist um ein Vielfaches höher, wenn ich kein Interesse an diesem Posten habe”, erklärte Čeferin. Der Slowene steht seit 2016 an der Spitze der UEFA. Seine Amtszeit endet ebenso wie die von Gianni Infantino im kommenden Jahr.

FIFA-Krise: UEFA erhöht Druck auf Gianni Infantino

Gianni Infantino steht vor einer schwierigen Phase seiner bisherigen Amtszeit als FIFA-Präsident. Vor allem seine inzwischen zurückgenommenen Pläne sorgten für Widerstand. Dabei ging es um die Beteiligung externer Investoren an zukünftigen WM-Geschäften. Die UEFA positionierte sich daraufhin klar gegen Infantino. Sie kündigte sogar einen Boykott sämtlicher FIFA-Wettbewerbe an. Dazu zählen auch die Fußball-Weltmeisterschaften. Zudem hielt der europäische Verband an dieser Drohung fest, nachdem Infantino seine Investorenpläne zurückgezogen hatte.

FIFA-Präsidenten seit 1904

Name
Nationalität
Amtszeit
Robert Guérin
Frankreich
1904-1906
Daniel Burley Woolfall
England
1906-1918
Carl Anton Wilhelm Hirschmann
Niederlande
1918-1920
Jules Rimet
Frankreich
1921-1954
Rodolphe William Seeldrayers
Belgien
1954-1955
Arthur Drewry
England
1956-1961
Ernst Thommen
Schweiz
1961
Stanley Rous
England
1961-1974
João Havelange
Brasilien
1974-1998
Sepp Blatter
Schweiz
1998-2015
Issa Hayatou
Kamerun
2015-2016
Gianni Infantino
Schweiz, Italien
seit 2016

Aleksander Čeferin sieht nun zwei mögliche Entwicklungen. Zunächst könnte Infantino erkennen, “dass er nicht die nötige Unterstützung für seine Wiederwahl hat”. In diesem Fall könnte er auf eine Kandidatur verzichten. Sollte Gianni Infantino dennoch zur FIFA-Wahl antreten, erwartet Čeferin einen Herausforderer. “Wer das sein wird, weiß ich noch nicht”, sagte der UEFA-Präsident. Die FIFA hat den 18. November als Frist für weitere Kandidaturen festgelegt. Aktuell ist Infantino der einzige bekannte Bewerber.

FIFA-Wahl: Victor Montagliani 2027 möglicher Gegenkandidat

Als potenzieller Gegenkandidat gilt Victor Montagliani. Der Kanadier führt den Verband CONCACAF. Auch er zählt zu den Kritikern des FIFA-Präsidenten. Neben der UEFA und der CONCACAF hat sich zudem der asiatische Verband AFC gegen Infantino positioniert. Die drei Kontinentalverbände veröffentlichten zuletzt eine gemeinsame Erklärung. Damit wollen sie weitere Teile der internationalen “Fußballfamilie” hinter ihren Forderungen versammeln. Gleichzeitig hat sich das Verhältnis zwischen Aleksander Čeferin und Gianni Infantino deutlich verschlechtert. Seit Beginn der Krise habe es kein direktes Gespräch mehr gegeben, erklärte Čeferin. Dabei war Infantino vor seiner Wahl zum FIFA-Präsidenten selbst UEFA-Generalsekretär.

“Ich finde, jemand sollte ihn daran erinnern, dass er Europäer ist und von der UEFA unterstützt wurde.”

Aleksander Čeferin über Gianni Infantino

Nach Čeferins Darstellung versucht die FIFA, den Konflikt als Auseinandersetzung zwischen Europa und anderen Teilen des Weltfußballs darzustellen. Die FIFA spiele die Karte “Das arrogante Europa ist gegen uns” aus, sagte der UEFA-Chef. Infantino wirbt unterdessen weiter um Unterstützung. Bei einem Besuch in der Dominikanischen Republik betonte er zuletzt die Bedeutung von Dialog und Austausch. Er sei “sehr, sehr glücklich” über den dortigen Rückhalt. Trotz der Kritik verfügt der amtierende FIFA-Präsident weiterhin über Unterstützung in zahlreichen Mitgliedsverbänden.

Total
0
Shares
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Vorheriger Artikel

Opel Handball-Bundesliga 2026/27: Termine, Favoriten, Abstiegskampf, Transfers und Live-Übertragung

Nächster Artikel

Deutsche Wirtschaft wächst stärker - Staatsdefizit über Maastricht-Grenze

Passende Artikel