Deutschland steht nach dem frühen Aus bei der Fußball-WM 2026 vor einem tiefen Einschnitt. Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft. Vier Tage nach dem bitteren Scheitern im Sechzehntelfinale gegen Paraguay lösten der DFB und der 38-Jährige das Vertragsverhältnis mit sofortiger Wirkung auf.
Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG beschlossen den Schritt am Freitag einstimmig auf Vorschlag von DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Auch die Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner verlassen den Verband. Als möglicher Nachfolger rückt Jürgen Klopp in den Mittelpunkt. Der frühere Trainer des FC Liverpool und von Borussia Dortmund hat laut DFB bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, über den Posten als Bundestrainer zu sprechen.
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Julian Nagelsmann zieht nach frühem WM-Aus Konsequenzen
Das Ende der Amtszeit von Julian Nagelsmann kam schnell. Nach dem 4:5 im Elfmeterschießen gegen Paraguay hatte der Bundestrainer einen Rücktritt zunächst ausgeschlossen. “Ich bin auf jeden Fall keiner, der wegläuft”, sagte Nagelsmann nach dem Abpfiff. Wenige Tage später folgte die Kehrtwende. Am Donnerstag hatte sich die DFB-Spitze in Frankfurt mit Julian Nagelsmann getroffen. An dem rund dreistündigen Krisengespräch nahmen unter anderem DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Sportdirektor Rudi Völler, DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke teil. Der Bundestrainer sollte den enttäuschenden Verlauf der Fußball-WM 2026 erklären. Danach bat Nagelsmann laut DFB darum, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.
Fußball Herren-Bundestrainer seit 1984
“Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen”, erklärte Julian Nagelsmann. Sein oberstes Ziel sei immer der Erfolg der Mannschaft gewesen. Deutschland brauche nach der herben Enttäuschung nun die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang. Besonders deutlich wandte sich Nagelsmann an die Fans der deutschen Nationalmannschaft. “Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen”, sagte der bisherige Bundestrainer. Zugleich räumte er die Enttäuschung ein: “Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten.”
“Nach dem für ausnahmslos alle enttäuschenden WM-Aus verdient Julians Entscheidung unseren Respekt. Weil er Verantwortung übernimmt, wo er gerne weiter gestalten würde, und die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person stellt. Ich bin Julian aufrichtig dankbar für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit.”
DFB-Sportdirektor Rudi Völler
DFB sucht Neustart: Jürgen Klopp Favorit auf Bundestrainer-Posten
Für Deutschland endet mit dem Rücktritt von Julian Nagelsmann eine wechselhafte Phase. Der frühere Trainer von 1899 Hoffenheim, RB Leipzig und dem FC Bayern München hatte das Amt im September 2023 als Nachfolger von Hansi Flick übernommen. Bei der Heim-EM 2024 führte Nagelsmann das DFB-Team bis ins Viertelfinale. Dort scheiterte Deutschland knapp mit 1:2 am späteren Europameister Spanien. Die Leistung bei der Europameisterschaft brachte dem Bundestrainer viel Vertrauen ein. Der DFB verlängerte den Vertrag zunächst bis zur Fußball-WM 2026 und später sogar bis zur EM 2028. Doch die positive Entwicklung hielt nicht dauerhaft. In der UEFA Nations League 2025 verpasste Deutschland nach Niederlagen gegen Portugal und Frankreich einen besseren Abschluss im Final Four. Auch der Start in die WM-Qualifikation verlief mit einem 0:2 gegen die Slowakei problematisch.
Fußball-Nationalmannschaft Termine 2026
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Vor der Fußball-WM 2026 geriet Julian Nagelsmann zunehmend unter Druck. Öffentliche Einzelkritik, kommunikative Fehler und die Torwartfrage um Manuel Neuer und Oliver Baumann sorgten für Unruhe rund um die Nationalmannschaft. Sportlich begann das Turnier positiv. Deutschland gewann zum Auftakt 7:1 gegen Curaçao. Danach folgte ein 2:1 gegen die Elfenbeinküste. Doch nach der Niederlage gegen Ecuador und dem Aus gegen Paraguay war der Traum vom fünften Stern beendet. Nun richtet sich der Blick auf Jürgen Klopp. Der 59-Jährige arbeitet aktuell als Global Head of Soccer bei Red Bull und besitzt dort einen langfristigen Vertrag bis 2029. Dennoch gilt Klopp als Wunschlösung für den DFB. Für Deutschland drängt die Zeit. Spätestens im September braucht die Nationalmannschaft eine neue sportliche Führung. Dann stehen in der Nations League wichtige Pflichtspiele gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien an.