Tankrabatt endet: Benzin und Diesel werden ab Juli wieder teurer

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Der Tankrabatt läuft zum 30. Juni aus – und Autofahrer in Deutschland müssen ab Juli mit deutlich steigenden Spritpreisen rechnen. Benzin und Diesel könnten laut ADAC um bis zu 16,7 Cent pro Liter teurer werden, weil die befristete Senkung der Energiesteuer endet. Wer noch günstig tanken will, sollte nach ADAC-Empfehlung möglichst am 29. Juni und vor dem Mittag an die Tankstelle fahren.

Gleichzeitig wächst die Kritik. Das Ifo-Institut und die Monopolkommission kommen zu dem Ergebnis, dass der Tankrabatt nicht vollständig bei den Verbrauchern angekommen ist – vor allem beim Diesel. Verbraucherschützer fordern deshalb neue Entlastungen und warnen die Mineralölkonzerne vor überhöhten Preissprüngen.

Tankrabatt läuft aus: ADAC nennt besten Zeitpunkt zum Tanken

Der Tankrabatt war von der Bundesregierung eingeführt worden, um Autofahrer wegen stark gestiegener Energiepreise kurzfristig zu entlasten. Seit dem 1. Mai wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt. Für Benzin und Diesel bedeutete das inklusive Mehrwertsteuer eine rechnerische Entlastung von rund 16,7 Cent pro Liter. Auslöser waren massive Preissprünge nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 und der zeitweisen Blockade der Straße von Hormus. Mit dem Ende des Tankrabatts gilt ab dem 1. Juli wieder die reguläre Steuer auf Kraftstoffe. Steuerlich relevant ist jedoch nicht der Kaufzeitpunkt an der Zapfsäule, sondern wann der Kraftstoff aus der Raffinerie oder dem Tanklager geliefert wurde. Deshalb könnten viele Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch steuerlich vergünstigten Sprit verkaufen. Dennoch erwartet der ADAC zeitnah steigende Spritpreise.

Quelle: © ADAC Grafik

ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer warnt davor, mit dem Tanken zu lange zu warten. Wegen der seit April geltenden Zwölf-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen – jeweils um 12 Uhr. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Der ADAC rät deshalb, möglichst noch im Juni zu tanken, am besten am späten Vormittag. Besonders der 29. Juni gilt als sicherer Zeitpunkt, weil einzelne Tankstellen bereits am 30. Juni mittags höhere Preise verlangen könnten. Ob Benzin und Diesel nach dem Auslaufen des Tankrabatts wieder über die wichtige Marke von zwei Euro pro Liter steigen, ist offen. Zuletzt lagen die Durchschnittspreise in Deutschland bei 1,833 Euro für Super E10 und 1,751 Euro für Diesel. Die Entspannung an den Rohölmärkten infolge eines möglichen Iran-Deals könnte den Preisanstieg teilweise abfedern. Beim Diesel sieht der ADAC die Lage etwas entspannter, bei Benzin könnte es knapper werden.

Der ADAC im Überblick

Gründung
1903 in Stuttgart
Sitz
München, Deutschland
Rechtsform
Eingetragener Verein
Vorläufer
Deutsche Motorradfahrer-Vereinigung
Leitung
Christian Reinicke (Präsident)
Oliver Weissenberger, Dieter Nirschl (Geschäftsführung)
Mitarbeiterzahl
2.748 (2024)
Mitglieder
22,7 Millionen (2025)
Umsatz
1,05 Milliarden Euro (2025)

Ifo-Institut: Tankrabatt kam bei Diesel nur teilweise an

Umstritten bleibt, ob der Tankrabatt vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern angekommen ist. Das Münchner Ifo-Institut zieht eine gemischte Bilanz. Bei Super E5 und Super E10 wurde die Steuerentlastung nach Berechnungen der Ökonomen nahezu vollständig weitergegeben. Für Super E5 lag die errechnete Weitergabe bei 17 Cent pro Liter, für Super E10 bei 16 Cent. Damit kam der Tankrabatt bei Benzin fast vollständig an. Anders sieht es beim Diesel aus. Laut Ifo-Institut wurden bis einschließlich 25. Juni durchschnittlich nur 12 Cent pro Liter an die Kundinnen und Kunden weitergegeben. Das liegt deutlich unter der Steuerentlastung von 16,7 Cent pro Liter. Damit könnte beim Diesel mehr als ein Viertel des Tankrabatts nicht bei den Autofahrern angekommen sein.

“Damit wurde der Tankrabatt beim Superbenzin nahezu vollständig an die Autofahrerinnen und Autofahrer weitergegeben, beim Diesel lag die Weitergabe bei rund 73 Prozent. Ohne den Tankrabatt hätte der Preis für den Liter Superbenzin noch den gesamten Juni hindurch im Tagesdurchschnitt wohl über 2 Euro gelegen.”

Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Finanzwissenschaft

Auch die Monopolkommission bewertet den Tankrabatt kritisch. Nach ihrer konservativen Schätzung wurden von den rund 1,6 Milliarden Euro Kosten der Maßnahme zwischen 100 und 200 Millionen Euro nicht an Verbraucher weitergereicht. Je nach Kraftstoff seien von der Steuererleichterung zwischen 15 und 16 Cent pro Liter angekommen. Auffällig sind regionale Unterschiede. Im Nordwesten Deutschlands fiel der Preisrückgang mit bis zu 17,3 Cent besonders stark aus, im Süden dagegen nur mit 13,3 bis 14,9 Cent.

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Die Monopolkommission sieht darin ein mögliches Zeichen für unzureichenden Wettbewerb auf vorgelagerten Marktstufen, also bei Raffinerien und im Großhandel. Verbraucherschützer fordern nun Entlastungen an anderer Stelle. Ramona Pop, Vorsitzende des Verbraucherzentrale Bundesverbands, verlangte von der Bundesregierung, die Stromsteuer auch für private Haushalte zu senken. Das würde Verbraucher entlasten und den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen attraktiver machen.

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