Der Porsche Stellenabbau wird zum Kern eines tiefgreifenden Umbaus. Rund 9.000 Jobs sollen bis 2035 wegfallen, mittelfristig will der Sportwagenbauer seine Belegschaft um ein Viertel verkleinern. Gleichzeitig stellt sich das Unternehmen auf ein schwieriges Jahr 2027 ein. Absatz und Profitabilität dürften dann unter dem Niveau von 2026 liegen. Mit der Porsche Strategie 2035 will Konzernchef Michael Leiters deshalb Kosten deutlich senken, die Modellpalette straffen und stärker auf besonders profitable Fahrzeuge setzen. Mittelfristig strebt Porsche wieder eine operative Rendite von 10 bis 15 Prozent bei 41 bis 45 Milliarden Euro Umsatz an.
Für 2026 erwartet Porsche derzeit einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro und eine operative Marge zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Im kommenden Jahr sollen unter anderem neue Modellanläufe für zusätzlichen Druck sorgen.
Porsche Stellenabbau begleitet einen umfassenden Sparkurs
Um die Kostenbasis dauerhaft zu senken, nimmt der Hersteller nahezu alle Unternehmensbereiche ins Visier. Die Entwicklungskosten für künftige Modellreihen sollen um bis zu 20 Prozent sinken, während sich die Entwicklungszeit um 40 Prozent verkürzen soll. Bei den Materialeinzelkosten sind Einsparungen von rund zehn Prozent vorgesehen, bei Lieferanten von 15 Prozent. Die Personalkosten in der Produktion sollen mittelfristig um bis zu 30 Prozent zurückgehen. Verkauf und Marketing müssen mit 20 Prozent weniger Ausgaben auskommen. Auch das Management bleibt vom Sparkurs nicht verschont. Die Zahl der Führungspositionen soll mittelfristig um 40 Prozent sinken.
Die Porsche AG im Überblick
Wolfgang Porsche (Aufsichtsratsvorsitzender) |
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Insgesamt beschäftigt Porsche derzeit rund 42.000 Menschen. Die Belegschaft soll zunächst um 25 Prozent schrumpfen, strategisch sind sogar 30 Prozent vorgesehen. Der bereits vereinbarte Abbau von rund 9.000 Stellen bis 2035 soll sozialverträglich erfolgen. Parallel verkleinert Porsche die Modellvielfalt. Die Zahl der Varianten soll um etwa ein Fünftel sinken. Gleichzeitig möchte der Hersteller seine Gewinnschwelle auf weniger als 200.000 verkaufte Fahrzeuge pro Jahr drücken. Teile des Unternehmens waren zuletzt noch auf eine Produktion von rund 350.000 Autos ausgelegt.
“Mit unserer Strategie schaffen wir die Voraussetzungen, um Porsche in drei Phasen deutlich effizienter, produktiver und profitabler zu machen.”
Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender Porsche AG
Porsche Strategie 2035: Teure Modelle statt hohe Stückzahlen
Mit der Porsche Strategie 2035, intern “Sportwagenschmiede ’35” genannt, rückt der Wert des einzelnen Fahrzeugs stärker in den Mittelpunkt. Der Anteil besonders hochpreisiger Modelle soll von etwa einem Drittel auf rund 45 Prozent steigen. Bei den 10.000 teuersten verkauften Fahrzeugen soll der durchschnittliche Preis bis 2030 von rund 270.000 auf mehr als 330.000 Euro klettern. Geplant sind unter anderem ein größeres Luxus-SUV oberhalb des Cayenne sowie eine Supersportwagenplattform.

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Zugleich korrigiert Porsche seinen Elektro-Kurs. Künftig sollen etwa zwei Drittel der verkauften Fahrzeuge einen Verbrennungsmotor haben, ein Drittel soll elektrisch fahren. Für den Macan ist ab 2028 wieder ein Nachfolger mit Verbrenner vorgesehen. Der neue 718 soll dagegen rein elektrisch bleiben. Beim bekanntesten Modell zieht Leiters eine klare Grenze: “Der 911 wird niemals elektrisch sein.” Besonders stark verändert sich das China-Geschäft. Zu Spitzenzeiten verkaufte Porsche dort mehr als 90.000 Fahrzeuge, der Anteil am weltweiten Absatz lag bei rund 35 Prozent. Künftig dürfte er unter 15 Prozent fallen. Wachstumspotenzial sieht das Unternehmen vor allem in den USA, während Europa einen stabilen Anteil von rund 35 Prozent halten soll.