Absatz-Rückgang 2025: Porsche verzeichnet schwächstes Jahr seit der Corona-Pandemie

Bildquelle: depositphotos.com / Medvedsky.kz

Der deutsche Sportwagenhersteller Porsche hat im Jahr 2025 einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnet. Weltweit wurden nur noch rund 279.400 Fahrzeuge ausgeliefert. Das sind zehn Prozent weniger als im Vorjahr und der niedrigste Stand seit dem Corona-Jahr 2020. Besonders drastisch fiel der Einbruch in China aus. Mit nur noch 41.900 verkauften Fahrzeugen sank der Porsche-Absatz in der Volksrepublik um 26 Prozent im Vergleich zu 2024.

Das einstige Boom-Land entwickelte sich damit zum größten Bremsklotz im globalen Vertrieb. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 hatte Porsche in China noch rund 95.700 Fahrzeuge verkauft. Die schwierige Lage in Asien wirkt sich inzwischen spürbar auf die Gesamtergebnisse des Konzerns aus. Neben China meldet Porsche aber auch in anderen wichtigen Märkten rückläufige Verkaufszahlen.

Porsche baut neues Entwicklungszentrum in China

In Deutschland brach der Absatz um 16 Prozent, in Europa um 13 Prozent ein. Auch in Regionen wie Afrika, Lateinamerika, Australien, Japan und Südkorea verzeichnete der Konzern ein leichtes Minus. Nur der nordamerikanische Markt konnte mit 86.200 Auslieferungen das Niveau des Vorjahres halten. Die Ursachen für den rückläufigen Porsche-Absatz in China sind vielschichtig. Zum einen hat sich durch die anhaltende Immobilienkrise die Kaufkraft vieler wohlhabender Kunden verringert. Zum anderen trifft Porsche auf zunehmend stärkeren Wettbewerb, insbesondere bei Elektrofahrzeugen.

Steckbrief Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Gründung
1931 (2007)
Sitz
Stuttgart-Zuffenhausen, Deutschland
Leitung
Michael Leiters (Vorstandsvorsitzender)
Wolfgang Porsche (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl
42.615 (2024)
Umsatz
40,08 Milliarden Euro (2024)
Rechtsform
Aktiengesellschaft (notiert im MDAX)
Besonderheiten
Die Porsche AG ist seit 2009 Teil des Volkswagen-Konzerns

Chinesische Hersteller punkten mit günstigen Preisen und technischer Anpassung an lokale Bedürfnisse, etwa durch Touchsteuerung statt klassischer Knöpfe. Porsche und Konzernmutter Volkswagen reagieren mit einer Neuausrichtung. Unter dem Motto “In China, für China” wird ein neues Entwicklungszentrum in Hefei aufgebaut. Hier sollen künftig Modelle speziell für den chinesischen Markt entstehen. Diese Lokalisierungsstrategie soll helfen, den Absatz in China wieder zu steigern. Allerdings birgt der Abschied vom globalen Einheitsmodell auch Risiken für Produktionsstandorte wie Wolfsburg.

Macan und 911 Lichtblicke beim schwachen Porsche-Absatz

Trotz der Absatzprobleme gab es 2025 auch positive Entwicklungen. Der Kompakt-SUV Macan war mit 84.328 Auslieferungen das meistverkaufte Modell. Über die Hälfte entfiel dabei auf die vollelektrische Variante. Auch der Sportwagenklassiker Porsche 911 konnte mit fast 51.600 verkauften Einheiten einen neuen Auslieferungsrekord aufstellen.

“Auch in 2026 haben wir einen klaren Fokus: Wir wollen Nachfrage und Angebot gemäß unserer Strategie ‘value over volume’ aussteuern.”

Porsche-Vertriebsvorstand Matthias Becker

Dagegen verzeichneten der Cayenne (– 21 Prozent), der vollelektrische Taycan, der 718 sowie der Panamera deutliche Rückgänge. Insgesamt machten Elektroautos 22,2 Prozent des Porsche-Absatzes 2025 aus. Für das laufende Jahr zeigte sich das Unternehmen zurückhaltend. Wegen auslaufender Modelle wie dem 718 und dem Verbrenner-Macan erwartet Porsche laut Vertriebsvorstand Matthias Becker ein “realistisches” Verkaufsvolumen.

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