Der Bitcoin ist mit einem kräftigen Kurssprung über die Marke von 70.000 US-Dollar zurückgekehrt. Am Donnerstag stieg die wichtigste Kryptowährung zeitweise um rund elf Prozent auf knapp 72.000 Dollar. Auch Ethereum, Hyperliquid sowie die Krypto-Aktien Coinbase und Strategy legten deutlich zu.
Hinter der neuen Bitcoin-Rallye stehen vor allem sinkende Renditen von US-Staatsanleihen, politische Unterstützung aus Washington und eine massive Liquidierung von Wetten auf fallende Kurse. US-Präsident Donald Trump stellte der Kryptobranche bei einem Gipfel im Weißen Haus weitere Unterstützung in Aussicht. Zudem drängt er auf eine schnelle Verabschiedung des CLARITY Act und prüft nach eigenen Angaben den Kauf einer beträchtlichen Menge Bitcoin für eine staatliche Reserve.
Bitcoin-Kurs profitiert von Trump und sinkenden US-Renditen
Einen wichtigen Impuls für den Bitcoin-Kurs lieferte das US-Finanzministerium. Es kündigte überraschend an, die Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Dadurch gingen die Renditen zurück. Zuvor hatte die Rendite 30-jähriger US-Anleihen den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Der Anleihemarkt stand zuletzt unter erheblichem Druck. Gründe waren unter anderem Inflationssorgen, die Folgen des Iran-Kriegs, die steigende US-Staatsverschuldung und der hohe Kapitalbedarf großer KI-Unternehmen. Sinkende Renditen machen dagegen risikoreiche Anlagen attraktiver. Davon profitiert auch Bitcoin, da die Kryptowährung selbst keine laufenden Zinsen abwirft. Zusätzlichen Rückenwind brachte der Krypto-Gipfel im Weißen Haus. Trump traf dort Vertreter führender Unternehmen wie Coinbase, Ripple, Gemini und Chainlink Labs.
Bitcoin Höchststände
Der US-Präsident bekräftigte sein Ziel, die Vereinigten Staaten zum weltweit führenden Standort für digitale Vermögenswerte zu machen. Auch der Chef der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC, Paul Atkins, stellte mehr regulatorische Klarheit für die Kryptobranche in Aussicht. Gleichzeitig bemüht sich die US-Derivateaufsicht CFTC darum, große Handelsplattformen stärker in den amerikanischen Markt einzubinden. Die positive Stimmung erfasste deshalb weite Teile des Kryptomarkts. Ethereum gewann zeitweise rund 18 bis 20 Prozent und stieg auf etwa 2.290 Dollar. Der Hyperliquid-Token HYPE legte mehr als 20 Prozent zu. Coinbase gewann am Mittwoch 9,55 Prozent, während Strategy um 12,68 Prozent zulegte. Vorbörslich setzten beide Krypto-Aktien ihre Erholung fort.

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Short-Squeeze treibt Bitcoin und Kryptowährungen weiter an
Zusätzlich verstärkte eine massive Liquidierungswelle den Kursanstieg. Spekulanten, die auf fallende Preise bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen gesetzt hatten, wurden vom schnellen Sprung über 70.000 Dollar überrascht. Innerhalb von 24 Stunden wurden laut den Quellen Short-Positionen im Gesamtwert von bis zu 2,74 Milliarden US-Dollar zwangsweise geschlossen. Rund 1,42 Milliarden Dollar davon entfielen auf Bitcoin. Diese Rückkäufe erzeugten zusätzlichen Kaufdruck und beschleunigten die Krypto-Rallye. Fundstrat-Mitgründer Thomas Lee sprach von einer der größten Short-Liquidationen in der Geschichte des Kryptomarkts.
Der CLARITY Act ist ein geplanter US-Gesetzgebungsvorschlag für den Kryptomarkt. Er soll klare Grenzen zwischen den Aufsichtsbehörden SEC (Börsenaufsicht) und CFTC (Rohstoffaufsicht) ziehen und definieren, wann ein Krypto-Asset ein Wertpapier oder ein digitaler Rohstoff ist.
Trotz des jüngsten Kurssprungs liegen Bitcoin und Ethereum auf Jahressicht weiterhin deutlich im Minus. Einige Marktbeobachter sehen jedoch weiteres Potenzial. Geoffrey Kendrick von Standard Chartered hält einen Bitcoin-Kurs von 100.000 US-Dollar bis Ende 2026 für möglich. Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor bleibt der CLARITY Act. Die entscheidende Abstimmung im US-Senat steht noch aus und wird frühestens für den 15. September 2026 erwartet. Bis dahin könnten SEC und CFTC versuchen, bestehende regulatorische Lücken mit administrativen Maßnahmen teilweise zu überbrücken.