Goldpreis steigt erstmals auf über 5.000 US-Dollar

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Gold ist so teuer wie nie zuvor. Erstmals in der Geschichte wurde eine Feinunze des Edelmetalls für mehr als 5.000 US-Dollar gehandelt. Zeitweise stieg der Goldkurs an der Londoner Metallbörse auf bis zu 5.093 Dollar. Haupttreiber der Rally sind geopolitische Krisen, die aggressive und unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump, wachsende Zweifel an der Stabilität des US-Finanzsystems sowie eine stark steigende Nachfrage von Notenbanken und Investoren. Auch Silber profitiert deutlich von der Entwicklung und kletterte zuletzt klar über die Marke von 100 Dollar je Feinunze.

Allein in den ersten Wochen des Jahres legte der Goldpreis um mehr als 15 Prozent zu. Damit lässt Gold klassische Anlageklassen klar hinter sich. Während der Deutsche Aktienindex DAX im gleichen Zeitraum nur leicht zulegte und der MSCI World nahezu stagnierte, setzt sich Gold erneut als bevorzugter sicherer Hafen in Krisenzeiten durch. Marktbeobachter sprechen inzwischen offen von einer “Trump-Rally” am Goldmarkt.

Donald Trump als politischer Risikofaktor für die Märkte

Die Politik von US-Präsident Donald Trump gilt als einer der wichtigsten Gründe für den aktuellen Höhenflug des Goldkurses. Internationale Konflikte, an denen die USA direkt oder indirekt beteiligt sind, sorgen für wachsende Unsicherheit an den Finanzmärkten. Dazu zählen Spannungen rund um Grönland, der Konflikt mit dem Iran, die Lage in Venezuela sowie der anhaltende Krieg Russlands gegen die Ukraine. Hinzu kommen zeitweise massive Zolldrohungen der US-Regierung gegenüber europäischen Staaten, die Erinnerungen an frühere Handelskriege wachrufen.

Entwicklung des Goldpreises seit 2010

Zunehmend belastet auch die innenpolitische Lage in den USA das Vertrauen der Investoren. Das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE sowie tödliche Zwischenfälle haben zu offenen Protesten aus der Wirtschaft geführt. Mehr als 60 Firmenchefs aus Minnesota forderten zuletzt eine Deeskalation. Zu den Unterzeichnern gehörten unter anderem 3M, Best Buy und Target. Beobachter sprechen bereits von einer innenpolitischen Krise, die nicht nur Gold stärkt, sondern gleichzeitig den US-Dollar schwächt. Dies ist ein zusätzlicher Preistreiber für Edelmetalle wie Gold auf dem Weltmarkt.

Auch Silber verteuert sich im Schatten des Goldpreises massiv

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die wachsende Unsicherheit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Wiederholte Angriffe von Donald Trump auf Fed-Chef Jerome Powell sowie laufende Ermittlungen der US-Justiz nähren die Angst, dass geldpolitische Entscheidungen künftig politisch beeinflusst werden könnten. Für viele Anleger ist Gold deshalb die einzige glaubwürdige Alternative zur Absicherung von Vermögen. Parallel dazu kaufen Notenbanken weltweit so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Sanktionen gegen Russland haben gezeigt, wie schnell Devisenreserven eingefroren werden können. Physisches Gold gilt dagegen als unabhängig von politischen Zugriffen.

“Die Regierung Trump hat einen dauerhaften Bruch mit der bisherigen Vorgehensweise verursacht, und deshalb flüchten jetzt alle in Gold als einzige Alternative.”

Kyle Rodda, Marktanalyst bei Capital.com

Besonders China hat seine Goldkäufe zuletzt Monat für Monat ausgeweitet. Zusätzlich fließen Milliarden in börsengehandelte Gold-ETFs, was den Preis weiter nach oben treibt. Im Schatten der Gold-Rally profitiert indes auch Silber. Der Preis stieg zeitweise auf über 105 Dollar je Feinunze. Neben der Rolle als Krisenmetall ist Silber ein wichtiges Industriemetall, etwa für Anwendungen in Künstlicher Intelligenz, Robotik und der Energiewirtschaft. Viele Privatanleger weichen angesichts der hohen Goldpreise gezielt auf Silber aus, was die Nachfrage weiter verstärkt. Platin und Palladium entwickelten sich zuletzt uneinheitlich, stehen aber ebenfalls im Fokus der Anleger.

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