Die 74. Vierschanzentournee war der Triumph des Slowenen Domen Prevc. Zehn Jahre, nachdem sein Bruder Peter den Goldenen Adler in den Abendhimmel von Bischofshofen gereckt hatte, vollendete der jüngste der Prevc-Brüder am Dreikönigstag 2026 in Bischofshofen sein eigenes Meisterwerk. Es sollte ein Sieg des Favoriten werden, der bereits in Oberstdorf seinen Anfang nahm. Auch einige deutsche Skispringer können positiv auf die Vierschanzentournee zurückblicken, wenngleich das erhoffte Podium am Ende nicht heraussprang.
Mit einer unbeschreiblichen Aggressivität am Schanzentisch und einer stabilen Fluglage, die an die besten Zeiten der Prevc-Familie erinnerte, deklassierte der spätere Tourneesieger und Weltcupführende Domen Prevc beim ersten Springen nach Weihnachten in Oberstdorf die Konkurrenz. Mit Weiten von 141,5 und 140 Metern kam der Skispringer im Allgäu auf einen Vorsprung von fast 18 Punkten auf den Österreicher Daniel Tschofenig. Auch für den Deutschen Ski-Verband (DSV) war die Schattenbergschanze ein guter Start in die Tournee. Felix Hoffmann erreichte den dritten Platz, Philipp Raimund wurde beim Eröffnungsspringen der Vierschanzentournee 2025/26 Fünfter.
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Stephan Embacher mit Rekord-Sprung in Garmisch-Partenkirchen
Unter strahlend blauem Himmel setzte sich in Garmisch-Partenkirchen die slowenische Flugshow beim Neujahrsspringen fort. Während die deutschen Skisprung-Hoffnungsträger Hoffmann und Raimund mit den Tücken der Großen Olympiaschanze kämpften und wertvolle Meter verloren, war Domen Prevc nicht zu schlagen. Die wiedererstarkten Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher landeten auf Platz zwei und drei. Embacher stellte in der Qualifikation mit 145,5 Metern einen neuen Schanzenrekord in Garmisch-Partenkirchen auf. Er erzielte damit zugleich den weitesten Sprung in der gesamten Geschichte der Vierschanzentournee.
Vierschanzentournee 2025/26 Gesamtwertung
Auf österreichischer Seite der Grenze sollte es auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck den nächsten slowenischen Triumph geben. Doch der Japaner Ren Nikaido durchkreuzte die Pläne. Bereits in der Qualifikation hatte Domen Prevc Probleme mit der Schanze und konnte den Wettbewerb am Tag darauf nur auf dem zweiten Platz beenden. 0,5 Punkte fehlten ihm zum Tagessieg. Damit musste der Überflieger des Winters seine Hoffnungen auf einen Grand Slam auf allen vier Schanzen der Tournee begraben. Die deutschen Skispringer erreichten in Innsbruck Rang 5 durch Felix Hoffmann und Rang 12 durch Philipp Raimund.
„Es zeigt, dass einige Sachen gut funktionieren. Ich habe diesen Winter doch schon einige gute Sprünge gemacht, das darf gerne so weitergehen.“
Felix Hoffmann
Hoffmann und Raimund landen in Bischofshofen auf Rang 10 und 12
In Bischofshofen sollte am Dreikönigstag die Entscheidung der Vierschanzentournee fallen. Wobei angesichts von mehr als 40 Punkten Vorsprung von Domen Prevc auf seinen Verfolger Jan Hörl keine Spannung mehr in der Luft lag. Der Sieg bei der Tournee war bereits fest verplant. Und nach dem ersten Durchgang sah es so aus, als würde Prevc dem Wettbewerb erneut die Krone aufsetzen. Doch am Ende durften die Österreicher jubeln. Der Tagessieg in Bischofshofen ging an Daniel Tschofenig, der in der Gesamtwertung Siebter wurde. Den Goldenen Adler erhielt hingegen verdient Domen Prevc, der seine österreichischen Konkurrenten Jan Hörl und Stephan Embacher auf die Podestplätze in der Gesamtwertung verwies.
Vierschanzentournee Gesamtsieger seit 2015
Für die deutschen Adler sprangen bei der Vierschanzentournee 2025/26 zwei Plätze unter den ersten Zehn heraus. Felix Hoffmann erreichte den sechsten Platz in der Gesamtwertung, Philipp Raimund den achten. Besonders stark war die Leistung der Österreicher: Von den 16 besten Springern stammen sieben aus der Alpenrepublik. Die ehemaligen deutschen Stars Andreas Wellinger und der Oberstdorfer Karl Geiger belegten in der Wertung die Plätze 36 und 45. Pius Paschke erreichte Rang 23. Am Ende hatte vor allem Raimund Respekt vor dem neuen Sieger der Vierschanzentournee: „Man fragt sich als Springer schon, wo sind die restlichen 15 Meter bis zum Domen? Er hat ein Fluggefühl, von dem kann ich nur träumen, das macht er unglaublich schön.“