Nach überstandener Doppelinfektion mit Corona und Influenza hat Biathletin Franziska Preuß beim Biathlon-Weltcup in Le Grand-Bornand (Frankreich) ein solides Comeback gegeben. Im Sprint über 7,5 Kilometer belegte die 31-Jährige mit einem Schießfehler den 18. Platz. Sie hatte 1:00,1 Minuten Rückstand auf die fehlerfreie Siegerin Hanna Öberg aus Schweden. „Ich bin froh, dass ich starten konnte. Es tat für meine Motivation sehr gut, nicht auf der Couch das Rennen schauen zu müssen, sondern dabei zu sein“, sagte Preuß im Anschluss bei Eurosport.
Die beste Deutsche war Anna Weidel, die ohne Fehler am Schießstand auf Rang 17 landete (+58,1 Sekunden). Auch Vanessa Voigt blieb fehlerfrei und wurde 19. (+1:02,6 Minuten). Gemeinsam mit Preuß gehen die drei Athletinnen am Samstag in die Verfolgung. Für die weiteren deutschen Starterinnen Julia Tannheimer (29.), Janina Hettich-Walz (37.) und Julia Kink (41.) reichte es nicht zu Top-Platzierungen im Sprint von Le Grand-Bornand.
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Franziska Preuß: „Innerliche Flamme gedämpft“
Nach dem Ausfall beim Weltcup in Hochfilzen und einem schwachen Saisonstart in Östersund war der Biathlon-Sprint in Le Grand-Bornand das erste Rennen für Franziska Preuß seit ihrer Zwangspause. Die gesundheitlichen Probleme stellten die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison nicht nur körperlich, sondern auch mental vor große Herausforderungen. „Diese innerliche Flamme war nicht erloschen, aber gedämpft“, sagte Preuß im ZDF. Besonders mental sei es schwierig gewesen, zu Hause zu sitzen und zuzuschauen: „Ich wollte unbedingt starten, weil ich es für meine Motivation gebraucht habe.“
Steckbrief von Franziska Preuß
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Am Schießstand unterlief ihr nur ein Fehler bei der letzten Scheibe im Stehendanschlag. „Der war superblöd“, gab sie zu. Auf der Strecke fehlte noch die volle Kraft. „Man hat gleich von Runde eins ein bisschen Blutgeschmack gehabt, weil die Lunge es noch nicht so gewohnt ist.“ Dennoch zeigte sich Damen-Bundestrainer Kristian Mehringer zufrieden: „Ich bin mit Franzis Leistung zufrieden nach einer Woche lockerem Training. Heute hat man sich nichts erlauben können.“
„Es ist immer schwierig, vor allem mental zieht das so viel Energie, wenn man daheim sitzt. Ich wollte jetzt einfach Wettkämpfe haben, damit man nicht den ganzen Sommer so viel investiert und dann schaut man wieder ein ganzes Trimester zu.“
Franziska Preuß
Preuß: Verteidigung des Biathlon-Gesamtweltcups schon abgehakt
Für Franziska Preuß liegt der Fokus klar auf dem Saisonhöhepunkt: den Olympischen Spielen in Antholz im Februar. „Ich hoffe, dass ich Rennen für Rennen mehr Selbstvertrauen bekomme und mehr Überzeugung“, so ihr Ziel. Die Verteidigung des Gesamtweltcups hat sie bereits abgehakt. Ihr Blick richtet sich auf einen erfolgreichen Formaufbau. Nach der Nasennebenhöhlen-OP im März 2024, die sie eigentlich robuster gegen Infekte machen sollte, kam die erneute gesundheitliche Pause überraschend. Doch Preuß will sich nicht entmutigen lassen: „Ich schaue momentan nur von Wochenende zu Wochenende.“
Biathlon-Weltcup 2025/26 Termine
(Olympische Spiele) |
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Im vergangenen Jahr hatte sie in Le Grand-Bornand noch die Verfolgung gewonnen und war im Sprint sowie Massenstart jeweils Zweite geworden. Damals noch hinter Teamkollegin Selina Grotian, die wegen einer Corona-Erkrankung weiterhin ausfällt. Ihr Comeback ist beim Heim-Weltcup in Oberhof im Januar geplant. Während an der Spitze die Schwedin Hanna Öberg ihren ersten Saisonsieg feierte – vor Lou Jeanmonnot (Frankreich, +3,3 Sekunden) und Dorothea Wierer (Italien, +14,9 Sekunden) -, geht es für Preuß nun darum, sich über die kommenden Rennen im Biathlon-Weltcup zurück an die erweiterte Weltspitze zu arbeiten. Das nächste Ziel: ein starker Auftritt in der Verfolgung.