Foodwatch hat LaVita mit dem Negativpreis “Goldener Windbeutel 2026” ausgezeichnet. Bei der Online-Abstimmung wählten 39,2 Prozent von mehr als 66.000 Teilnehmern das sogenannte Mikronährstoffkonzentrat zur dreistesten Werbelüge des Jahres. Die Verbraucherorganisation kritisiert vor allem die Gesundheitsversprechen, den hohen Preis und die Zusammensetzung. Nach Angaben von Foodwatch besteht LaVita zu rund 70 Prozent aus Fruchtsaftkonzentrat, enthält 26 zugesetzte Vitamine und Nährstoffe und kostet umgerechnet 100 Euro pro Liter. Der Hersteller weist die Vorwürfe zurück und betont, LaVita solle eine ausgewogene Ernährung ergänzen.
Foodwatch beanstandet Werbeaussagen wie “Naturprodukt”, “tägliche Basis für unsere Gesundheit” und “Fit fürs Leben”. In sozialen Netzwerken habe das Unternehmen LaVita zudem als “Saubertrank” vermarktet. Nach Ansicht der Verbraucherschützer entsteht dadurch der Eindruck, das Nahrungsergänzungsmittel könne eine umfassende Grundlage für Gesundheit und Leistungsfähigkeit bieten. “Der Saft steht beispielhaft für die Abzocke mit irreführenden Gesundheitsversprechen”, erklärte Foodwatch-Aktivistin Alina Nitsche. Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel mit Vitaminzusätzen wachse stark, werde aber nur unzureichend kontrolliert.
Foodwatch kritisiert Gesundheits-versprechen von LaVita
Unterstützung erhält Foodwatch von Diana Rubin, Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und Diabetologie am Vivantes Humboldt-Klinikum. Die Werbung suggeriere, LaVita sei eine natürliche Rundum-Lösung für ein gesundes Leben. Grundlage der Gesundheit bleibe jedoch eine ausgewogene Ernährung. Menschen, die einen Vitamin- oder Nährstoffmangel vermuten, sollten zunächst ärztlichen Rat einholen. Foodwatch kritisiert außerdem, dass einzelne Vitamine und Nährstoffe teilweise höher dosiert seien, als viele Verbraucher benötigten.

LaVita hat nach Angaben der Organisation bereits reagiert. Die Werbung mit dem Begriff “Saubertrank” wurde gestoppt, der Slogan “Fit fürs Leben” soll erneut rechtlich geprüft werden. Der Hersteller weist den Vorwurf einer Werbelüge dennoch zurück. Die Bezeichnung “Mikronährstoffkonzentrat” sei branchenüblich und verständlich. Das Unternehmen betont, LaVita solle keine gesunde Ernährung ersetzen. Das Produkt richte sich vielmehr an Menschen mit erhöhtem Mikronährstoffbedarf oder an Verbraucher, die im Alltag nicht immer ausgewogen essen könnten.
“100 Euro für einen Liter Fruchtsaft mit ein paar Vitaminen obendrauf: LaVita kassiert Verbraucher:innen mit dem Wunsch nach Gesundheit kräftig ab. Kein Wunder, dass die Verbraucher:innen LaVita mit deutlichem Abstand auf den ersten Platz gewählt haben.”
Alina Nitsche von foodwatch
Goldener Windbeutel 2026: Diese Produkte folgen im Ranking
Auf Platz zwei der Abstimmung zum Goldenen Windbeutel 2026 landete mit 21,9 Prozent das “Airfryer Backin Backpulver” von Dr. Oetker. Es wird speziell für die Heißluftfritteuse beworben. Laut Foodwatch und Stiftung Warentest unterscheidet sich das Ergebnis jedoch kaum von herkömmlichem Backpulver, obwohl die Airfryer-Variante teurer ist. Den dritten Platz belegte mit 20,8 Prozent der “Bio-Joghurt Matcha Mango” von Andechser Natur. Obwohl Matcha prominent beworben wird, enthält der Joghurt laut Foodwatch nur 0,1 Prozent Matcha-Pulver. Die grüne Farbe stammt teilweise vom Algenpulver Spirulina. Ein 500-Gramm-Becher enthält zudem rund 60 Gramm Zucker.
Goldener Windbeutel: Gewinner seit 2018
von Coca-Cola | |||
von Zwergenwiese | von Yakult | von Hipp |
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von Hochland | von Arla |
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von Rewe | von J. J. Darboven |
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von Intersnack | 3 Bears Food |
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von Alete | |||
Fish Tales | |||
LaVita GmbH | Dr. Oetker | Mango von Andechser Natur |
Auf Platz vier folgten die “Oh Yeah Bear Libido Vitamin”-Gummibärchen von Beautybears mit 14,4 Prozent. Foodwatch bemängelt hohe Preise, viel Zucker und zweifelhafte Werbeversprechen. Platz fünf ging mit 3,7 Prozent an “Airwaves Cool Cassis” von Mars. Die Packung enthält nur noch zehn statt zwölf Kaugummis, während der Preis nahezu unverändert blieb. Foodwatch vergibt den Goldenen Windbeutel seit 2009. Der Negativpreis macht auf irreführende Lebensmittelwerbung, Mogelpackungen, versteckte Preiserhöhungen und problematische Gesundheitsversprechen aufmerksam.