Wegen Rissen an tragenden Teilen der Tragflächen müssen 16 Flugzeuge vom Typ Airbus A380 kurzfristig überprüft werden. Die Europäische Luftfahrtbehörde EASA ordnete entsprechende Kontrollen per Lufttüchtigkeitsanweisung vom 22. Juni an, die am Mittwoch, 24. Juni, in Kraft tritt. Betroffen sind 15 Maschinen von Emirates sowie ein A380 von Qantas.
Fünf Emirates-Jets müssen noch vor dem nächsten Flug am Boden bleiben und geprüft werden, die übrigen elf Maschinen innerhalb von 25 Flugzyklen. Nach Angaben von Airbus hatte man die Risse bei routinemäßigen Wartungskontrollen entdeckt. Sie betreffen Teile der Flügelholmstruktur und könnten laut EASA die Stabilität der Tragflächen beeinträchtigen.
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EASA: Kontrollen bei Airbus A380 von Emirates und Qantas
Die EASA reagiert mit der Anweisung auf ein mögliches Sicherheitsrisiko beim größten Passagierflugzeug der Welt. Im Mittelpunkt stehen Risse an Strukturkomponenten der Tragflächen. Diese Bauteile sind für die Belastbarkeit und Stabilität der Flügel entscheidend. Airbus hält deshalb zusätzliche, detaillierte Inspektionen für notwendig, um den Zustand der betroffenen Maschinen genau zu prüfen. Besonders betroffen ist Emirates. Die arabische Airline betreibt weltweit die größte Airbus-A380-Flotte und setzt den doppelstöckigen Großraumjet weiterhin intensiv auf stark nachgefragten Langstrecken ein. Von den 16 betroffenen Flugzeugen gehören 15 zu Emirates. Die fünf Maschinen, die sofort zur Überprüfung müssen, stammen allesamt aus der Emirates-Flotte. Für diese Jets gilt: kein weiterer Flug vor dem Check.
Der Airbus A380 im Überblick
| Erstflug | 27. April 2005 |
| Indienststellung | 25. Oktober 2007 |
| Produktion | 2005-2021 |
| Stückzahl | 251 |
| Kapazität | 853 Passagiere |
| Länge | 72,7 m |
| Höhe | 24,1 m |
| Flügelfläche | 846 m² |
| Typische Nutzlast | 66,4 t |
| Reisegeschwindigkeit | max. 961 km/h |
| Tankkapazität | max. 320.000 l |
| Reichweite | max. 15.200 km |
Die übrigen elf betroffenen Airbus A380 müssen nach spätestens 25 Flugzyklen untersucht werden. Ein Flugzyklus umfasst üblicherweise einen Start und eine Landung. Die betroffene Qantas-Maschine befindet sich nach Angaben der australischen Fluggesellschaft bereits in einer planmäßigen Wartungsphase. Dadurch dürften die unmittelbaren Auswirkungen für Qantas geringer ausfallen als für Emirates. Für Passagiere steht vor allem die Frage nach der Sicherheit im Vordergrund. Nach den vorliegenden Informationen handelt es sich nicht um ein generelles Flugverbot für den Airbus A380. Die EASA-Anweisung betrifft eine begrenzte Zahl konkreter Maschinen. Ziel der Kontrollen ist es, mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und bei Bedarf Reparaturen einzuleiten, bevor die betroffenen Flugzeuge wieder regulär eingesetzt werden.
Risse an Tragflächen: Warum der Airbus A380 überwacht wird
Der Airbus A380 gilt als größtes Passagierflugzeug der Welt und war lange ein Symbol für die Zukunft der internationalen Luftfahrt. Der doppelstöckige Vierstrahler wurde für große Drehkreuze und besonders stark frequentierte Langstrecken entwickelt. Wirtschaftlich blieb der A380 jedoch hinter den Erwartungen zurück. Der hohe Kerosinverbrauch, komplexe Wartungsanforderungen und die notwendige hohe Auslastung machten den Betrieb für viele Fluggesellschaften schwierig. Airbus stellte die Produktion des A380 im Jahr 2021 ein, weil neue Bestellungen ausblieben. Dennoch bleibt der Flugzeugtyp für mehrere Airlines wichtig. Neben Emirates und Qantas setzen auch Lufthansa, British Airways, Qatar Airways und Etihad den Airbus A380 weiterhin ein. Besonders Emirates hält an dem Flugzeug fest, weil es auf stark frequentierten internationalen Routen sehr viele Passagiere gleichzeitig befördern kann.

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Auch Lufthansa hatte ihre A380-Flotte während der Corona-Krise vorübergehend eingemottet. Konzernchef Carsten Spohr hielt eine Rückkehr des Flugzeugtyps zeitweise für unrealistisch. Wegen der stark gestiegenen Passagiernachfrage nahm Lufthansa verbliebene A380 später jedoch wieder in den regulären Betrieb auf. Die aktuellen Kontrollen erinnern an frühere Probleme mit Rissen an Tragflächen des Airbus A380. Bereits Anfang 2012 hatte die EASA umfangreiche Inspektionen angeordnet, nachdem man bei mehreren Maschinen Risse in Flügelbereichen entdeckt hatte. Zunächst waren damals 20 Flugzeuge betroffen, später wurde die Überprüfung auf die gesamte Flotte ausgeweitet. Airbus entwickelte anschließend Reparaturverfahren und technische Änderungen. Die damaligen Probleme galten danach als behoben. Nun richtet sich der Blick erneut auf die Langzeitstabilität einzelner A380-Bauteile.