Ryanair warnt vor deutlich höheren Ticketpreisen im Jahr 2027. Wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten rechnet Konzernchef Michael O’Leary mit zweistelligen Preiserhöhungen bei europäischen Fluggesellschaften. Um die zusätzlichen Treibstoffkosten vollständig auszugleichen, müssten Flüge sogar rund 20 Prozent teurer werden.
Beschlossen ist eine solche Erhöhung allerdings nicht. Gleichzeitig prüft Europas größter Billigflieger Lohnstopps, kürzere Arbeitszeiten und weitere Sparmaßnahmen. Für das Geschäftsjahr bis März 2028 erwartet Ryanair rund zwei Milliarden Euro höhere Treibstoffkosten.
Ryanair Ticketpreise 2027: Wie stark steigen die Flugpreise?
Der Nahostkonflikt hat die Kerosinpreise kräftig steigen lassen. Ryanair ist bislang vergleichsweise gut geschützt, weil die Airline einen Großteil ihres Treibstoffbedarfs frühzeitig zu festen Konditionen abgesichert hat. Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 gilt das noch für rund 80 Prozent des benötigten Kerosins. Im kommenden Jahr könnte dieser Preisvorteil jedoch deutlich schrumpfen. Bleibt der Konflikt ungelöst, erwartet O’Leary anhaltend hohe Treibstoffpreise bis weit ins Jahr 2027.
Ryanair im Überblick
Stan McCarthy (Aufsichtsratsvorsitzender) |
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Flugtickets dürften deshalb teurer werden. Zweistellige Preissteigerungen hält der Ryanair-Chef für wahrscheinlich, einen Anstieg um volle 20 Prozent dagegen für unsicher. Für Urlauber wären die Folgen spürbar. Ein Flug für bislang 100 Euro würde bei einer solchen Erhöhung künftig 120 Euro kosten. Ein Hin- und Rückflug für 300 Euro würde sich auf 360 Euro verteuern. Wie stark Ryanair die Ticketpreise tatsächlich anhebt, steht noch nicht fest.
“Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass das Ölpreisniveau in den kommenden zwölf Monaten hoch bleiben wird; wir werden also den Gürtel enger schnallen müssen.”
Neil Sorahan, Finanzvorstand von Ryanair
Ryanair Sparkurs: Lohnstopp und Einsparungen durch KI
Um die höheren Kosten abzufedern, nimmt Ryanair auch die Personalausgaben ins Visier. Finanzchef Neil Sorahan erklärte gegenüber “Bloomberg”, dass sämtliche Sparmöglichkeiten geprüft würden. Dazu zählen Gehalts-Nullrunden ab April, kürzere Einsatzzeiten der Besatzungen und ein stärkerer Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung. Konkrete Stellenstreichungen sind bislang nicht angekündigt. Zudem will die Airline mit Flughäfen über niedrigere Gebühren verhandeln. Am Flughafen Berlin-Brandenburg zieht Ryanair bereits Konsequenzen aus den hohen Standortkosten. Die sieben dort stationierten Flugzeuge werden an günstigere Flughäfen verlagert. Berlin bleibt dennoch im Streckennetz.

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Die wirtschaftliche Belastung zeigt sich bereits in den jüngsten Geschäftszahlen. Von Juli bis September stieg der Umsatz zwar um vier Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Auch die Passagierzahl legte um fünf Prozent auf 64,5 Millionen zu. Gleichzeitig erhöhten sich die Treibstoffkosten um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Quartalsgewinn sank um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Geschäftshalbjahr ging der Gewinn sogar um 15 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro zurück. Weil viele Kunden ihre Reisen kurzfristig buchten, musste Ryanair häufiger Rabatte anbieten. Die durchschnittlichen Ticketpreise lagen deshalb vier Prozent unter dem Vorjahresniveau. Für das laufende Quartal meldet Ryanair inzwischen eine starke Nachfrage und leicht steigende Flugpreise. Eine belastbare Gewinnprognose für das Geschäftsjahr fehlt jedoch weiterhin. Vor allem die Entwicklung der Buchungen rund um Weihnachten und im ersten Quartal 2027 ist noch ungewiss.