Die Audi-Krise verschärft sich dramatisch. Der Gewinn des Autobauers ist im dritten Quartal 2026 um 87 Prozent auf nur noch 95 Millionen Euro eingebrochen. Im Vorjahreszeitraum hatte die VW-Tochter noch 718 Millionen Euro verdient. Wegen des Absatzrückgangs in China, hoher US-Zölle und steigender Kosten senkt Audi erneut seine Jahresprognose. Zugleich wächst der Spardruck auf die deutschen Werke. Bis 2029 sollen Tausende Stellen wegfallen. Für zusätzlichen Streit sorgt Audi-Chef Gernot Döllner mit seinem Auftritt an der Seite von US-Präsident Donald Trump.
Die aktuellen Audi-Quartalszahlen zeigen, wie angespannt die Lage ist. In den ersten neun Monaten sank der Nettogewinn um 41 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel auf rund 42 Milliarden Euro, das operative Ergebnis von 1,56 auf 1,15 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite erreichte lediglich 2,7 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Audi nur noch mit 55 bis 59 Milliarden Euro Umsatz und einer Rendite von drei bis fünf Prozent. Im Juli hatte die Prognose noch bei 58 bis 63 Milliarden Euro Umsatz und fünf bis sieben Prozent Rendite gelegen.
Audi-Gewinn unter Druck: China und US-Zölle belasten Geschäft
Besonders hart trifft den Autobauer der Einbruch auf dem chinesischen Markt. Dort gingen die Fahrzeugauslieferungen im dritten Quartal um rund 25 Prozent zurück. Weltweit verkaufte Audi 19,7 Prozent weniger Autos. Vor allem das Geschäft mit Verbrennungsmotoren leidet unter der wachsenden Konkurrenz chinesischer Hersteller. Auch die US-Importzölle belasten den Audi-Gewinn erheblich. Zuletzt summierten sich die Belastungen auf rund 1,2 Milliarden Euro.
Die Audi AG im Überblick
Manfred Döss (Aufsichtsratsvorsitzender) |
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Weil Audi bislang keine Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten produziert, treffen die Handelsbeschränkungen den Hersteller besonders stark. Hinzu kommen höhere Energiekosten und Modellwechsel bei wichtigen Baureihen. Finanzchef Jürgen Rittersberger kündigte deshalb weitere Einsparungen an. Audi will Kosten reduzieren, Abläufe vereinfachen und die Produktivität steigern. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen dennoch bessere Ergebnisse. Neue SUV-Modelle sollen insbesondere das US-Geschäft stärken.
“Die Kennzahlen zeigen deutlich: Der Handlungsbedarf bei Audi ist hoch und duldet keinen Aufschub. Unsere Maßnahmen wirken, aber aufgrund des enormen Wettbewerbsdrucks müssen wir sie verstärken.”
Jürgen Rittersberger, Finanzchef von Audi
Audi-Krise: Stellenabbau und neues US-Werk sorgen für Streit
In Deutschland stehen bis 2029 bis zu 7.500 Arbeitsplätze vor dem Abbau. Anfang Oktober aktivierte Audi außerdem die sogenannte Schlechtwetterklausel. Sie ermöglicht Verhandlungen über zusätzliche Sparmaßnahmen. Auch die Zukunft des Werks Neckarsulm wird diskutiert. Währenddessen plant Audi ein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia. Im Gespräch sind Investitionen von rund vier Milliarden Dollar, 4.500 Arbeitsplätze und eine jährliche Produktion von bis zu 200.000 SUV. Die endgültige Zustimmung des VW-Aufsichtsrats steht allerdings noch aus.

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Für heftige Kritik sorgte Gernot Döllners Auftritt mit Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung. VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo warf ihm “aktive Wahlkampfhilfe” vor. IG-Metall-Chefin Christiane Benner bezeichnete den Auftritt als “politisch inakzeptabel”. Döllner verteidigte seine Teilnahme mit den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens. Auch der Audi-Aufsichtsrat befasst sich bei einer außerplanmäßigen Sitzung mit den Entwicklungen. Finanzchef Rittersberger betonte, das geplante US-Werk sei keine Entscheidung gegen Deutschland.