MediaMarktSaturn-Übernahme: EU genehmigt Milliarden-Deal mit JD.com

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Die MediaMarktSaturn-Übernahme durch JD.com steht kurz vor dem Abschluss. Die EU-Kommission hat dem chinesischen Handelskonzern den Kauf der Düsseldorfer Muttergesellschaft Ceconomy unter strengen Auflagen genehmigt. Damit soll verhindert werden, dass chinesische Staatssubventionen den europäischen Wettbewerb verzerren. Die Verpflichtungen gelten zehn Jahre. Der rund 2,2 Milliarden Euro schwere Deal soll in den kommenden Tagen abgeschlossen werden. Für Kunden und Beschäftigte sind zunächst keine grundlegenden Änderungen geplant.

Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten die Übernahme monatelang untersucht. Grund waren finanzielle Vorteile, die JD.com nach Einschätzung der EU-Kommission durch den chinesischen Staat erhält. Dazu gehören günstige Kredite, Steuervergünstigungen und direkte Zuschüsse.

EU-Kommission: Strenge Auflagen für MediaMarktSaturn

Mit den genannten Mitteln finanziert der Konzern unter anderem seine Logistik und IT-Systeme. Nach der Übernahme könnte auch MediaMarktSaturn davon profitieren. Die EU befürchtete deshalb, dass der Elektronikhändler seine Wettbewerber durch besonders niedrige Preise unter Druck setzen könnte. JD.com muss nun sicherstellen, dass sämtliche Finanzierungen und Geschäfte mit Ceconomy zu marktüblichen Bedingungen erfolgen. Zudem muss der chinesische Konzern seine Lager-, Logistik- und Technologiedienstleistungen anderen europäischen Unternehmen zu denselben Konditionen anbieten wie seiner neuen Tochtergesellschaft.

JD.com im Überblick

Gründung
1998
Sitz
Peking, China
Rechtsform
Incorporated
Branche
Internet
Leitung
Sandy Ran Xu (CEO)
Richard Qiangdong Liu (COB)
Mitarbeiterzahl
776.682 (Stand: 2025)
Umsatz
187,2 Mrd. US-Dollar (Stand: 2025)

Die EU-Kommission sieht damit mögliche Wettbewerbsverzerrungen ausreichend ausgeräumt. Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera begrüßte den “konstruktiven Ansatz der beteiligten Unternehmen”. Die Prüfung hatte zuvor für politische Spannungen gesorgt. China drohte Brüssel im August mit Gegenmaßnahmen und kritisierte die umfangreichen Informationsforderungen der europäischen Wettbewerbshüter.

“Die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von einem wettbewerbsfähigen Einzelhandels- und E-Commerce-Sektor, in dem für alle Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen gelten.”

Teresa Ribera, EU-Wettbewerbskommissarin

JD.com kontrolliert künftig mehr als 85 Prozent der Stimmrechte

Der chinesische Handelsriese hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot für Ceconomy vorgelegt. Inzwischen hält JD.com 59,8 Prozent der Aktien und Stimmrechte. Die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals behält 25,4 Prozent, hat sich jedoch zur gemeinsamen Stimmabgabe verpflichtet. Damit kontrolliert JD.com faktisch mehr als 85 Prozent der Stimmen. Das Bundeskartellamt hatte den Einstieg bereits im September 2025 genehmigt. Die Behörde sah keine wesentlichen Wettbewerbsprobleme, da JD.com bislang nur in geringem Umfang auf dem deutschen Markt tätig war. Zusätzlich wurden Vorgaben zum Schutz personenbezogener Kundendaten vereinbart.

Am Geschäftsmodell von MediaMarkt und Saturn soll sich durch die Übernahme vorerst nichts ändern. Auch die bisherige Führung von Ceconomy bleibt im Amt. Konzernchef Remko Rijnders begrüßte die Genehmigung aus Brüssel. JD-Chefin Sandy Xu kündigte an, das Wachstum des Elektronikhändlers beschleunigen zu wollen. MediaMarktSaturn ist Europas größter Elektronikfachhändler und betreibt Filialen in zahlreichen europäischen Ländern sowie einen gemeinsamen Onlineshop. JD.com gilt nach Angaben des Bundeskartellamts als Chinas größter Einzelhändler nach Umsatz. Im März 2026 startete der Konzern mit Joybuy einen eigenen Onlineshop in Deutschland.

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