Ein gehaltener Siebenmeter in der Crunchtime, ein Kapitän mit klarer Kante und eine Abwehr, die über weite Strecken den Ton angab. Deutschland ist mit einem 30:27 (12:8) gegen Österreich erfolgreich in die EHF Handball-EM 2026 gestartet. In Herning setzte sich das Team von Bundestrainer Alfred Gislason in einem zähen Auftaktspiel in der Gruppe A durch. Matchentscheidend waren Torhüter Andreas Wolff mit zwölf Paraden sowie Kapitän Johannes Golla, der offensiv wie defensiv voranging. Mit dem Sieg verschaffte sich Deutschland eine gute Ausgangsposition in Gruppe A der Handball-EM 2026.
Schon früh war klar, dass es kein handballerisches Spektakel, sondern ein Abnutzungskampf werden würde. Beide Teams taten sich im Angriff schwer, was vor allem an der stabilen deutschen Abwehr lag. Der erste Treffer der Handball-EM für Deutschland fiel vom Siebenmeterpunkt durch Lukas Zerbe. In den ersten viereinhalb Minuten gelang insgesamt nur ein Tor, die defensive Ordnung dominierte das Geschehen.
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Deutschlands Torwart Andreas Wolff wegen Kritik ausgepfiffen
Die deutsche Defensive stand kompakt und ließ im ersten Durchgang lediglich acht Gegentore zu. Dahinter wuchs Andreas Wolff immer mehr über sich hinaus. Der Keeper, der vor der Partie mit deutlichen Aussagen zur österreichischen Spielweise für Diskussionen gesorgt hatte, wurde bei der Teamvorstellung von den Fans der ÖHB-Auswahl ausgepfiffen. Auf dem Feld antwortete er mit Leistung. Mit einem 108-km/h-Wurf sorgte Marko Grgic für die erste Drei-Tore-Führung Deutschlands (5:2). Österreich reagierte darauf mit dem Sieben-gegen-Sechs, das Nationaltrainer Iker Romero konsequent einsetzte. Auch weil Torhüter Constantin Möstl sich steigerte, kam Österreich zurück. Sebastian Frimmel glich per Konter zum 6:6 aus und brachte erstmals Stimmung in den österreichischen Block.
EHF Handball-EM 2026 Vorrunde Gruppe A
| SP | S | U | N | TORE | DIFF. | PUNKTE | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | 3 | 2 | 0 | 1 | 91:89 | 2 | 4 |
| Spanien | 3 | 2 | 0 | 1 | 91:86 | 2 | 4 |
| Österreich | 3 | 1 | 0 | 2 | 78:85 | -7 | 2 |
| Serbien | 3 | 1 | 0 | 2 | 82:82 | 0 | 2 |
Deutschland blieb ruhig, nutzte Ballverluste des Gegners konsequent und setzte selbst Nadelstiche. Johannes Golla traf aus der eigenen Hälfte ins leere Tor, Zerbe erhöhte wenig später auf 11:7. Mit einer verdienten 12:8-Führung ging Deutschland bei der EHF Handball-Europameisterschaft 2026 in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel versuchte Deutschland, sich früh abzusetzen. Österreich blieb jedoch hartnäckig, vor allem Rechtsaußen Jakob Nigg verkürzte mehrfach. Ein 4:1-Lauf brachte das DHB-Team dennoch auf 18:13 davon. Ein Kempa-Trick von Lukas Mertens auf Renars Uscins sorgte kurz vor der Schlussviertelstunde für Begeisterung auf den Rängen.
“Ich habe eine überragende Abwehr gesehen. Aber wir haben auch teilweise das leere Tor nicht getroffen und zu viele Fehler gemacht. Wir hätten viel höher gewinnen können – im Angriff müssen wir uns gegen Serbien auf jeden Fall steigern.”
Bundestrainer Alfred Gislason
Handball-EM 2026: Anstehende Spiele gegen Serbien und Spanien
Dennoch verpasste es Deutschland, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Gegen das Sieben-gegen-Sechs nutzte die Mannschaft mehrere Gelegenheiten nicht, dreimal landete der Ball nicht im verwaisten Tor. Golla ordnete die Situation sachlich ein: “Das müssen wir besser ausnutzen. Aber wir müssen diese Würfe nehmen, um unser Tempo-Spiel durchzuziehen.” Als Österreich in der Schlussphase noch einmal herankam, war erneut Andreas Wolff zur Stelle. In der 58. Minute parierte er einen Siebenmeter von Frimmel, der den Anschluss auf 26:28 hätte bringen können. Es war die zwölfte Parade des Abends und der endgültige Wendepunkt.
DHB-Kader für die EHF Handball-EM 2026
Andreas Wolff (THW Kiel) |
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Tom Kiesler (VfL Gummersbach) Matthes Langhoff (Füchse Berlin) Miro Schluroff (VfL Gummersbach) |
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Julian Köster (VfL Gummersbach) Nils Lichtlein (Füchse Berlin) |
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Renars Uscins (TSV Hannover-Burgdorf) |
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Lukas Mertens (SC Magdeburg) |
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Lukas Zerbe (THW Kiel) |
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Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) |
“Das war der entscheidende Ball“, sagte Wolff später und blieb auch bei seiner Kritik an der österreichischen Taktik klar in der Sache. Lob erhielt Kapitän Golla von allen Seiten. “Kapitän – das sagt alles. Johannes macht einfach einen überragenden Job”, erklärte Lukas Mertens. Julian Köster nannte die Leistung “überragend” und würdigte Gollas Führungsrolle in Angriff und Abwehr. Mit Blick auf die kommenden Aufgaben bei der EHF Handball-EM 2026 mahnte Bundestrainer Alfred Gislason jedoch Verbesserungen an. “Bei fünf Toren Vorsprung zehn Minuten vor Schluss muss man das Spiel komplett durchziehen”, sagte der Isländer. In den weiteren Spielen der Gruppe A warten am Samstag Serbien und am Montag Spanien. Beide Spiele der Handball-Europameisterschaft 2026 starten um 20:30 Uhr.
Tore:
Deutschland: Golla 7, Zerbe 6, Schluroff 4, Uscins 4, Knorr 3, Köster 3, Mertens 2, Grgic 1
Österreich: Frimmel 9, Nigg 7, Hutecek 6, Wagner 2, Bilyk 1, Bozovic 1, Kofler 1