Der Trainerwechsel ist vollzogen. Werder Bremen setzt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga auf Daniel Thioune. Der 51-Jährige übernimmt mit sofortiger Wirkung das Amt des Cheftrainers und tritt die Nachfolge des freigestellten Horst Steffen an. Die Bremer reagieren damit auf eine sportliche Krise mit zehn sieglosen Ligaspielen in Serie.
Mit nur 19 Punkten liegt Werder Bremen auf Rang 15, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt lediglich einen Zähler. Thioune soll den Turnaround schaffen und den Traditionsklub in der Fußball-Bundesliga halten. Seine Premiere an der Seitenlinie feiert der neue Trainer bereits am Samstag um 15.30 Uhr beim Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg.
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Daniel Thioune zuvor drei Jahre Trainer bei Fortuna Düsseldorf
Die Suche nach einem neuen Cheftrainer verlief für den SV Werder Bremen nicht ohne Umwege. Nach der Trennung von Horst Steffen prüften die Verantwortlichen mehrere Kandidaten. Gespräche mit den früheren Mainzer Trainern Bo Henriksen und Bo Svensson führten jedoch nicht zum Erfolg, beide sagten ab. Im dritten Anlauf fiel die Wahl schließlich auf Daniel Thioune, der damit den Zuschlag erhielt. Werders Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz erklärte die Entscheidung klar: “Wir hatten sehr gute Gespräche mit Daniel. Seine Idee vom Fußball, seine Art und seine Herangehensweise an unsere aktuelle sportliche Situation waren ausschlaggebend für die Entscheidung. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm den Turnaround schaffen werden.” Über die Vertragslaufzeit machte Werder Bremen keine Angaben.
Stationen von Daniel Thioune
Daniel Thioune bringt reichlich Erfahrung aus dem Profifußball mit. Zuletzt arbeitete er mehr als drei Jahre bei Fortuna Düsseldorf. Dort bewies er, dass er Mannschaften in schwierigen Phasen stabilisieren kann. Im Jahr 2022 übernahm er Düsseldorf auf Platz 15 und führte den Verein am Saisonende ins gesicherte Mittelfeld. In der Saison 2023/24 spielte Fortuna Düsseldorf unter Thioune um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, scheiterte jedoch trotz eines 3:0-Hinspielsiegs gegen den VfL Bochum dramatisch in der Relegation. Im Oktober 2025 wurde Thioune nach anhaltender Heimschwäche freigestellt.
“Horst Steffen hat eine tolle Mannschaft und ein tolles Team hinterlassen. Es geht nicht darum, das elfte Spiel in Folge nicht sieglos zu bleiben, sondern das erste von den letzten 14 zu gewinnen.”
Daniel Thioune
Schon heute erste Trainings-einheit bei Werder Bremen
Für Daniel Thioune ist das Engagement beim SV Werder Bremen die erste Station als Cheftrainer in der Fußball-Bundesliga. Zuvor absolvierte er 187 Spiele in der 2. Bundesliga (u.a. beim Hamburger SV) sowie 65 Partien in der 3. Liga. Die Aufgabe an der Weser ist anspruchsvoll. Werder Bremen ist seit Wochen ohne Erfolgserlebnis, der Abstand zur Abstiegszone ist minimal. Der neue Trainer blickt dennoch optimistisch auf seine Aufgabe: “Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit der Mannschaft und ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, erfolgreich miteinander zu arbeiten und die Ziele des Vereins zu erreichen. Nach den sehr guten Gesprächen mit den Verantwortlichen war für mich schnell klar, dass ich zu Werder gehen möchte.”
Trainer von Werder Bremen seit 1999
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Als gebürtiger Niedersachse habe der Klub zudem für ihn eine besondere Bedeutung, Werder sei “ein Aushängeschild der Region”. Große Anpassungsschwierigkeiten erwartet Thioune nicht. Mehrere Spieler seines neuen Vereins kennt er aus früheren Stationen, einige davon sehr gut. Bereits am Mittwoch um 14 Uhr leitet der neue Cheftrainer seine erste Trainingseinheit. Unterstützt wird er dabei von Jan Hoepner, mit dem er schon bei Fortuna Düsseldorf zusammengearbeitet hat und der nun das Trainerteam von Werder Bremen ergänzt. Der Fokus liegt klar auf schnellen Ergebnissen. Schon das Auswärtsspiel beim SC Freiburg soll zeigen, ob der Impuls des Trainerwechsels greift. In der aktuellen Situation der Fußball-Bundesliga zählt für den SV Werder Bremen jeder Punkt.