Afrika-Cup: Senegal besiegt Marokko 1:0 n.V. in historischem Finale

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Ein Fußball-Finale, das sich anfühlte wie ein nicht enden wollender Sturm. Der Afrika-Cup 2025 hat mit dem Endspiel zwischen Senegal und Marokko einen Sieger gefunden, der sich durch Chaos, Proteste und eine der verrücktesten Nachspielzeiten der Turniergeschichte kämpfte. Senegal besiegte Gastgeber Marokko im Finale von Rabat mit 1:0 nach Verlängerung. Das Land sicherte sich damit zum zweiten Mal nach 2022 den Titel beim Afrika-Cup.

Das entscheidende Tor erzielte Pape Gueye in der 94. Minute. Überschattet wurde das Endspiel des Turniers von zwei umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, einem zwischenzeitlichen Spielabbruch aus Protest sowie einem verschossenen “Panenka”-Elfmeter von Brahim Diaz tief in der Nachspielzeit.

Senegal beklagt sich über Organisation beim Afrika-Cup

Schon vor dem Anpfiff war die Ausgangslage klar verteilt. Marokko spielte das Turnier im eigenen Land, im ausverkauften Prince Moulay Abdellah Stadium, und konnte auf nahezu bedingungslose Unterstützung von den Rängen zählen. Für Senegal hingegen begann der Finaltag des Afrika-Cups mit Ärger. Der senegalesische Fußball-Verband FSF hatte im Vorfeld massive Kritik an den Organisatoren geäußert. Genannt wurden Sicherheitsprobleme bei der Anreise, Schwierigkeiten bei der Hotelunterbringung sowie eine klare Benachteiligung bei der Ticketvergabe. Lediglich 3.000 Karten standen senegalesischen Fans in einem Stadion mit 69.500 Plätzen zur Verfügung. Auch sportlich musste Senegal improvisieren. Abwehrchef Kalidou Koulibaly und Mittelfeldspieler Diarra fehlten gesperrt, Rechtsverteidiger Diatta verletzte sich beim Aufwärmen.

Afrika-Cup-Sieger seit 2000

Jahr
Gewinner
2000
Kamerun
2002
Kamerun
2004
Tunesien
2006
Ägypten
2008
Ägypten
2010
Ägypten
2012
Sambia
2013
Nigeria
2015
Elfenbeinküste
2017
Kamerun
2019
Algerien
2022
Senegal
2024
Elfenbeinküste
2026
Senegal

Trainer Pape Thiaw stellte seine Mannschaft auf drei Positionen um. Marokkos Coach Walid Regragui vertraute hingegen der Startelf aus dem Halbfinale. Trotzdem erwischte Senegal den besseren Beginn. Bereits in der fünften Minute scheiterte Pape Gueye nach einer Ecke per Kopf aus kurzer Distanz an Torhüter Bono. Senegal hatte mehr Ballbesitz, während Marokko bewusst tief stand und über die Flügel konterte. Die klareren Chancen lagen weiter auf Seiten der Westafrikaner. In der 38. Minute lief Ndiaye nach starkem Pass von Jackson allein auf Bono zu, scheiterte jedoch erneut am marokkanischen Schlussmann. Marokkos gefährlichste Szene vor der Pause resultierte aus einer Abde-Flanke, die Aguerd knapp verpasste.

“Das Spiel, das wir hatten, war beschämend für Afrika.”

Marokkos Trainer Walid Regragui

Marokko verschießt umstrittenen Elfmeter – Senegal siegt spät

Nach dem Seitenwechsel drehte Marokko auf. El Kaabi verfehlte nach Hereingabe von Stuttgarts El Khannouss das Tor nur knapp (58.), kurz darauf blockte Sarr einen weiteren Abschluss in letzter Sekunde (63.). Eine längere Unterbrechung nach einer Kopfverletzung von El Aynaoui nahm dem Spiel den Rhythmus – und leitete eine Schlussphase ein, die den Afrika-Cup 2025 nachhaltig prägen sollte. In der Nachspielzeit rückte Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala Ngambo (DR Kongo) ins Zentrum. Nach einer senegalesischen Ecke köpfte Moussa Niakhaté den Ball ins Tor, doch der Referee hatte zuvor ein vermeintliches Foul an Achraf Hakimi abgepfiffen. Der VAR konnte nicht eingreifen. Wenig später überprüfte Ndala Ngambo nach Videohinweis einen Zweikampf zwischen El Hadj Malick Diouf und Brahim Diaz und entschied auf Elfmeter für die Marokkaner.

Afrika-Cup Sieger-Rangliste

Land
Titel
Jahr(e)
Ägypten
7
1957, 1959, 1986, 1998, 2006, 2008, 2010
Kamerun
5
1984, 1988, 2000, 2002, 2017
Ghana
4
1963, 1965, 1978, 1982
Elfenbeinküste
3
1992, 2015, 2024
Nigeria
3
1980, 1994, 2013
Algerien
2
1990, 2019
DR Kongo
2
1968, 1974
Senegal
2
2022, 2026
Äthiopien
1
1962
Marokko
1
1976
Sambia
1
2012
Sudan
1
1970
Südafrika
1
1996
Tunesien
1
2004
VR Kongo
1
1972

Die Reaktion Senegals fiel heftig aus. Spieler und Trainer protestierten lautstark, Thiaw ließ sein Team geschlossen vom Platz gehen. Erst nach Intervention von Sadio Mané kehrten die Spieler zurück. 15 Minuten nach dem Pfiff trat Diaz in der 24. Minute der Nachspielzeit an. Er scheiterte mit einem “Panenka”-Heber an Torwart Edouard Mendy, der stehen blieb und den Ball aufnahm. In der Verlängerung schlug Senegal dann eiskalt zu. Pape Gueye setzte zu einem Solo an, ließ Hakimi stehen und jagte den Ball aus rund 15 Metern an die Unterlatte ins Netz (94.). Marokko drängte, vergab aber durch Diaz, Igamane und Aguerd mehrere Ausgleichschancen. Senegal verteidigte konzentriert und brachte den Vorsprung über die Zeit. Der Afrika-Cup 2025 endete mit einem Triumph für Senegal und einer bitteren Enttäuschung für Marokko, das weiter auf den ersten Titel seit 50 Jahren warten muss.

Tor:

1:0 Pape Gueye (Senegal), 94. Minute

Die Highlights des Spiels im Video

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