WhatsApp führt Benutzername ein: Messenger bald ohne Telefonnummer nutzbar

Bildquelle: depositphotos.com / Primakov

WhatsApp startet die Einführung von Benutzernamen und ermöglicht damit erstmals die Nutzung des Messengers ohne sichtbare Telefonnummer. Die neue Funktion wird derzeit schrittweise für ausgewählte Nutzer unter Android und iOS ausgerollt. Künftig können Kontakte direkt über einen individuellen Benutzername gefunden und angeschrieben werden. Die private Telefonnummer bleibt verborgen.

Zusätzlich schützt ein optionaler vierstelliger “Username-Key” vor unerwünschten Nachrichten. Ziel der Neuerung ist mehr Datenschutz und eine stärkere Annäherung an konkurrierende Messenger-Dienste. Laut dem auf WhatsApp spezialisierten Portal “WABetaInfo” läuft der Rollout bereits, allerdings nur für einen kleinen Teil der Nutzer. In den kommenden Monaten soll die Funktion breiter verfügbar sein, auch für Windows und die Web-Version des Messenger-Dienstes. Meta selbst hat sich bislang nicht offiziell zu einem konkreten Starttermin geäußert.

WhatsApp ohne Telefonnummer: So funktioniert der Benutzername

Bislang war die Telefonnummer zwingende Voraussetzung, um bei WhatsApp gefunden oder kontaktiert zu werden. Mit dem neuen Benutzername-System ändert sich das grundlegend. Nutzer können einen eindeutigen Namen festlegen, über den sie im Messenger erreichbar sind. Wer diesen Benutzername kennt, kann Kontakt aufnehmen, ohne dass die Telefonnummer sichtbar wird. Gerade in Gruppen oder bei neuen Kontakten sorgt das für mehr Privatsphäre. Nutzer müssen ihre persönliche Telefonnummer nicht mehr automatisch preisgeben. Ein klarer Fortschritt beim Datenschutz.

Die Einrichtung erfolgt direkt in den Profileinstellungen von WhatsApp. Dort erscheint bei freigeschalteten Accounts ein neues Feld zur Erstellung des Benutzernamens. Der Vorgang wird laut Berichten Schritt für Schritt erklärt und gilt als intuitiv. Allerdings gelten strenge Regeln für die Vergabe:

  • 3 bis 35 Zeichen Länge
  • mindestens ein Buchstabe erforderlich
  • nur Kleinbuchstaben, Zahlen, Punkte und Unterstriche erlaubt
  • kein “www.” am Anfang
  • keine Domain-Endungen wie “.com”

Damit soll verhindert werden, dass Benutzernamen wie offizielle Webseiten wirken oder missbräuchlich verwendet werden. Zudem muss der gewünschte Benutzername plattformübergreifend verfügbar sein. Ist er bereits bei Instagram oder Facebook vergeben, kann man ihn nur verwenden, wenn der Nutzer über das Meta Accounts Center nachweist, dass ihm dieser Name gehört. So will man eine einheitliche Identität über mehrere Meta-Dienste hinweg ermöglichen. Wichtig: Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung im Messenger bleibt unverändert bestehen. Nachrichten können weiterhin ausschließlich von Sender und Empfänger gelesen werden.

WhatsApp: Mehr Sicherheit und neue Risiken im Messenger

Zusätzlich zum Benutzername führt WhatsApp einen optionalen “Username-Key” ein. Dabei handelt es sich um einen vierstelligen Code, den Nutzer beim Erstkontakt eingeben müssen. Nur wer sowohl Benutzername als auch Code kennt, kann eine neue Unterhaltung starten. Das soll Spam, Belästigungen und Stalking erschweren. Ob sich der Benutzername künftig beliebig oft ändern oder vollständig löschen lässt, ist bislang nicht bekannt. Bei anderen Messenger-Diensten wie Signal ist dies bereits möglich.

Sicherheitsexperten begrüßen die Neuerung grundsätzlich, weisen jedoch auf mögliche Risiken hin. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt davor, denselben Benutzername auf mehreren Plattformen zu verwenden. Kriminelle könnten öffentlich sichtbare Profile kombinieren und so digitale Identitäten rekonstruieren. Dadurch steigt das Risiko für Identitätsdiebstahl. Das BSI empfiehlt daher:

  • unterschiedliche Benutzernamen für verschiedene Dienste
  • starke, einzigartige Passwörter
  • Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • sparsame Weitergabe sensibler Daten

Mit der Einführung des Benutzernamens erfüllt WhatsApp einen langjährigen Wunsch vieler Nutzer. Während andere Messenger diesen Schritt bereits früher gegangen sind, vollzieht WhatsApp nun einen grundlegenden Wandel. Die Telefonnummer verliert an Bedeutung, der Benutzername wird zur neuen digitalen Visitenkarte im Messenger.

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