Lufthansa: Deutsche Airline meldet Rekordumsatz für 2025

Bildquelle: lufthansagroup.com / Foto: © Lufthansa Group

Die Lufthansa hat nach dem schwierigen Jahr 2024 ihre Bilanz deutlich verbessert und im Geschäftsjahr 2025 sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis kräftig zugelegt. Der Airline-Konzern meldete einen Rekordumsatz von 39,6 Milliarden Euro, was einem Plus von fünf Prozent entspricht. Gleichzeitig stieg das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro.

Unter dem Strich verdiente die Lufthansa jedoch mit 1,34 Milliarden Euro etwas weniger als im Vorjahr. Hintergrund sind unter anderem Steuereffekte sowie geopolitische Unsicherheiten, insbesondere der aktuelle Krieg gegen den Iran. Der Konflikt im Nahen Osten verändert den globalen Luftverkehr spürbar, belastet durch steigende Treibstoffkosten, eröffnet der Lufthansa jedoch gleichzeitig neue Chancen durch eine erhöhte Nachfrage nach Direktflügen nach Asien und Afrika.

Lufthansa: Nachfrage nach USA-Flügen geht um 30 Prozent zurück

Mit den aktuellen Zahlen übertraf der Konzern teilweise sogar die Erwartungen vieler Analysten, die im Schnitt mit einem operativen Ergebnis von rund 1,9 Milliarden Euro gerechnet hatten. Konzernchef Carsten Spohr sprach von einem Beleg für die Stabilität und Widerstandsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Die aktuelle Lufthansa-Bilanz zeigt dabei ein gemischtes Bild. Während der Umsatz und der operative Gewinn deutlich zulegten, ging der Nettogewinn leicht zurück. Insgesamt beförderten die Fluggesellschaften des Konzerns (darunter Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Eurowings und ITA Airways) rund 135 Millionen Passagiere. Das entspricht einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Jahr 2024. Besonders positiv entwickelte sich der operative Gewinn. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg von rund 1,65 Milliarden Euro im Vorjahr auf 1,96 Milliarden Euro. Auch die Rendite verbesserte sich und lag bei 4,9 Prozent. Dies ist ein Plus von einem halben Prozentpunkt.

Deutsche Lufthansa AG im Überblick

Gründung
6. Januar 1953
Sitz
Köln, Deutschland
Branche
Luftfahrt
Rechtsform
Aktiengesellschaft
Leitung
Carsten Spohr (Vorstandsvorsitzender)
Karl-Ludwig Kley (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter
103.255 (Stand 2025)
Umsatz
39,6 Mrd. Euro (Stand 2025)
Flüge pro Jahr
1.014.831 (2025)

Ein wichtiger Grund für die bessere Ertragslage war ein stabilerer Flugbetrieb. Kosten für Fluggastentschädigungen sanken deutlich, nachdem im Jahr 2024 noch massive Störungen durch Streiks und operative Probleme aufgetreten waren. Die entsprechenden Ausgaben reduzierten sich um rund 40 Prozent auf etwa 480 Millionen Euro. Auch niedrigere Treibstoffkosten wirkten sich positiv aus und verbesserten das Ergebnis um etwa 500 Millionen Euro. Zusätzlich entfielen die hohen Streikkosten aus dem Vorjahr. Dennoch gab es auch Belastungsfaktoren. Vor allem auf den wichtigen Transatlantikstrecken musste Lufthansa eine schwächere Nachfrage und sinkende Ticketpreise hinnehmen. Besonders deutlich zeigte sich dies bei Reisen aus Deutschland in die USA, deren Buchungen zuletzt rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Politische Entwicklungen und strengere Einreisekontrollen schrecken viele Reisende derzeit ab.

Spohr: Iran-Krieg und steigende Ölpreise belasten Lufthansa

Der Krieg gegen den Iran wirkt sich zunehmend auf den internationalen Luftverkehr aus. Gesperrte Lufträume und steigende Ölpreise führen zu höheren Kosten für Airlines weltweit. Gleichzeitig verändert sich das Reiseverhalten vieler Passagiere. Da wichtige Drehkreuze am Persischen Golf teilweise eingeschränkt sind, meiden viele Reisende Umsteigeverbindungen über den Nahen Osten. Dadurch steigt die Nachfrage nach Direktflügen europäischer Fluggesellschaften nach Asien und Afrika. Ein Trend, von dem die Lufthansa aktuell profitiert. Konzernchef Carsten Spohr sieht darin auch eine strukturelle Schwäche des bisherigen Systems globaler Luftverkehrsströme. “Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse”, sagte Spohr. Lufthansa prüft deshalb zusätzliche Direktverbindungen zu wichtigen Zielen, etwa nach Singapur, Thailand, Indien, China oder Südafrika. Gleichzeitig steigt auch die Nachfrage im Frachtgeschäft.

“Vor genau 100 Jahren wurde die erste Lufthansa gegründet. Die Werte von damals – Qualität, Zuverlässigkeit und Vernetzung – machen uns auch heute erfolgreich. Unser Jubiläumsjahr macht uns stolz auf unsere Vergangenheit – und verpflichtet uns zugleich für die Zukunft.”

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG

Allerdings bringt der Iran-Konflikt auch erhebliche Risiken mit sich. Durch gesperrte Lufträume müssen Flugzeuge teilweise große Umwege fliegen, was zusätzliche Kosten verursacht. Um sich gegen steigende Treibstoffkosten abzusichern, setzt Lufthansa verstärkt auf sogenannte Hedging-Geschäfte. Mehr als 80 Prozent des Treibstoffbedarfs für das laufende Jahr sind bereits über Termingeschäfte abgesichert. Parallel arbeitet der Konzern an der Verbesserung seiner Kernmarke. Lufthansa Airlines schrieb nach einem Verlust im Jahr 2024 wieder schwarze Zahlen und erzielte ein operatives Ergebnis von 148 Millionen Euro. Dazu trugen unter anderem die Modernisierung der Flotte und das neue Allegris-Kabinenkonzept mit komfortableren Sitzplätzen bei. Gleichzeitig läuft ein umfassendes Sanierungsprogramm, das bis 2028 eine Ergebnisverbesserung von rund 2,5 Milliarden Euro bringen soll. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern erneut steigenden Umsatz und ein deutlich verbessertes Ergebnis. Geplant ist zudem eine Ausweitung der Kapazitäten um etwa vier Prozent.

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