Iran-Krieg treibt Spritpreise in Deutschland nach oben – Diesel über 2 Euro

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Der Krieg im Iran wirkt sich inzwischen deutlich auf den Alltag vieler Menschen in Deutschland aus. Die Spritpreise sind innerhalb weniger Tage stark gestiegen, nachdem die Ölpreise an den Weltmärkten kräftig angezogen haben. Besonders Diesel verteuerte sich deutlich und überschritt zeitweise die Marke von zwei Euro pro Liter.

Grund für den Preissprung ist vor allem die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öltransporte weltweit. Solange der Krieg im Nahen Osten anhält und der Schiffsverkehr in der Region beeinträchtigt bleibt, rechnen Experten mit weiterhin starken Schwankungen bei Öl- und Kraftstoffpreisen.

Iran-Krieg verknappt Öl-Lieferungen durch Meerenge

Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel in der morgendlichen Spitze am Mittwoch bei 2,054 Euro pro Liter. Damit wurde erstmals seit September 2022 wieder die Zwei-Euro-Marke überschritten. Im Tagesverlauf sank der Preis zwar wieder leicht auf rund 1,991 Euro, blieb aber deutlich über dem Niveau der vergangenen Wochen. Auch Benzin wurde deutlich teurer. Super E10 kostete in der morgendlichen Spitze 1,995 Euro pro Liter. Der Anstieg fällt zwar etwas moderater aus als beim Diesel, doch auch hier zeigt sich klar, wie stark der Iran-Krieg die Spritpreise beeinflusst. Der wichtigste Grund für die steigenden Spritpreise ist die Entwicklung am Ölmarkt. Seit der Eskalation des Kriegs im Nahen Osten sind die Preise für Rohöl stark gestiegen.

Die Straße von Hormus im Überblick

Verbindet GewässerPersischer Golf
mit GewässerGolf von Oman
Arabisches Meer
Trennt LandmasseArabische Halbinsel
von LandmasseAsien
Geringste Breite55 Kilometer
KüstenorteBandar Abbas (Iran)
InselnHormus (Iran)

Auslöser ist die Lage rund um die Straße von Hormus, eine strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und Oman. Normalerweise wird etwa ein Fünftel des weltweit verbrauchten Öls durch diese Route transportiert. Durch die militärischen Spannungen und Einschränkungen des Schiffsverkehrs meiden jedoch viele Reedereien die Passage. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Engpässe im globalen Energiehandel. Täglich passieren Millionen Barrel Rohöl diese Route, weshalb jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte hat. Entsprechend reagieren Händler sehr sensibel auf die Lage im Persischen Golf. Schon die Gefahr einer längeren Unterbrechung der Lieferwege kann den Ölpreis deutlich steigen lassen. Und damit auch die Spritpreise in Europa und Deutschland.

Spritpreise: Diesel überholt Super-Benzin an den Tankstellen

Der Preisanstieg an den Tankstellen vollzog sich besonders schnell. Laut ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt zuletzt rund 1,897 Euro, während Diesel bei etwa 1,917 Euro pro Liter lag. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem deutlichen Plus. Benzin verteuerte sich um rund 12,1 Cent, Diesel sogar um 17,7 Cent pro Liter. Dass Diesel stärker reagiert, hat mehrere Gründe. Kraftstoffpreise reagieren generell sensibel auf geopolitische Krisen. Gleichzeitig spielt der Nahe Osten auch eine wichtige Rolle bei der Produktion und beim Export von Diesel. Experten betonen außerdem, dass sich die Preise im Tagesverlauf deutlich unterscheiden können. Benzin und Diesel sind häufig morgens besonders teuer und sinken im Laufe des Tages wieder um mehrere Cent. Gerade in Zeiten stark schwankender Märkte lohnt sich daher ein Preisvergleich zwischen verschiedenen Tankstellen.

Die steigenden Energiepreise treffen Verbraucher direkt. Und dies nicht nur beim Tanken. Auch Heizöl verteuerte sich innerhalb weniger Tage deutlich. Händler berichten von stark steigender Nachfrage, weil viele Haushalte aus Sorge vor weiter steigenden Preisen ihre Tanks auffüllen möchten. Experten warnen zudem vor indirekten Folgen des Iran-Kriegs für die gesamte Wirtschaft. Steigende Ölpreise verteuern Transport, Logistik, Verpackung und Produktion. Dadurch könnten langfristig auch Lebensmittel und Konsumgüter teurer werden. Gleichzeitig betonte die Energiebranche, dass Deutschland derzeit ausreichend mit Rohöl versorgt ist. Das Land bezieht Öl aus rund 30 verschiedenen Staaten, weshalb keine unmittelbaren Engpässe zu erwarten sind.

“Die Lager sind voll. Es gibt überhaupt keinen Grund, momentan – gestern nicht und heute nicht – die Preise zu erhöhen. Wir erleben einen Sprung von 25 Cent innerhalb von wenigen Tagen. Es ist reine Abzocke.”

Herbert Rabl, Verbandssprecher Tankstellen-Interessenverband (TiV)
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